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Anis

Anis verleiht nicht nur Weihnachtsgebäck ein feines Aroma, sondern ist ein altbekanntes Mittel, das bei Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen von Pferd und Hund rasch Hilfe bringt. Seine Heilwirkung entfaltet der Anis (Pimpinella anisum) vor allem durch die in den Samen enthaltenen ätherischen Öle.

Wo kommt Anis vor, und wie sieht er aus?

Der Anis gelangte möglicherweise über Ägypten aus dem Orient nach Griechenland und wird heute weltweit in Regionen mit gemäßigtem Klima angebaut. Gelegentlich findet man die krautige, bis zu 70 cm hohe Pflanze aus der Familie der Doldenblütler auch wildwachsend auf Schuttstellen oder in Weinbergen. Die Blätter sitzen auf einem runden, im oberen Teil verästelten Stängel, und zwischen Mitte Juni und Ende September bildet die Pflanze weiß blühende Dolden aus. Im Anschluss an die Blüte reifen die braunen Samen, die botanisch als „Spaltfrüchte“ bezeichnet werden. Die 4 bis 5 mm großen Körnchen sind eiförmig, geriffelt und flaumig behaart.

Obwohl die Anispflanze an ihrem typischen aromatischen Anisgeruch zu erkennen ist, sollte man sich besser nicht selbst auf die Suche begeben, da die Früchte des Anis mit den hochgiftigen Schierlingsamen verwechselt werden können. Als beliebtes Küchengewürz mit süßlichem, leicht herbem Geschmack ist Anis ohnehin im Lebensmittelhandel erhältlich.

Sternanis ist mit Anis im botanischen Sinne nicht verwandt, jedoch enthalten beide Pflanzen das ätherische Öl Anethol.

Wofür wird Anis verwendet?

Als Gewürz verfeinern die ganzen oder gemahlenen reifen Anisfrüchte sowohl Backwaren als auch herzhafte Gerichte. Auch bekannte aromatische Schnäpse und Liköre werden mit Anis gewürzt: Ouzo, Raki, Pernod und Arrak sind stark anishaltig. Werden alkoholische Anis-Getränke mit Wasser vermischt, trüben sie sich ein, da sich die ätherischen Öle des Anis zwar mit Alkohol mischen können, aber nicht mit Wasser. Die Lebensmittelindustrie nutzt Anis für Bonbons und manchmal auch als Konservierungsstoff.

Als Heilpflanze ist Anis schon seit der Antike bekannt. Als Anis-Wein, -Tee oder auch als Räucherwerk wurden Anissamen bei Blähungen, Magenschmerzen und Erkältungen genutzt. Heute finden sich Aniszubereitungen in Hustensäften und Hustenteemischungen und – meistens in Kombination mit Fenchel und Kümmel – in Arzneitees gegen Verdauungsbeschwerden. Anisöl kann zudem äußerlich und inhalativ sowie in der Aromatherapie angewendet werden.  

Welche Inhaltsstoffe sind für die Wirkung von Anis verantwortlich?

Die reifen Anisfrüchte enthalten 2–6 % trans-Anethol, ein nach Anis duftendes ätherisches Öl, sowie 10–30 % fettes Öl, das reich an Öl- und Linolensäure ist. In ganzen Anissamen bleibt trans-Anethol ca. vier Jahre haltbar. Bei zu langer oder unsachgemäßer Lagerung kann es jedoch zu einer Umwandlung in Photoanethol kommen, welches eine östrogenartige Wirkung auf den Organismus haben kann. Trans-Anethol ist u. a. auch in Fenchelsamen und in Sternanisfrüchten enthalten und hat eine Reihe von wirksamen Eigenschaften.

Das ätherische Öl wirkt

  • antibakteriell
  • schleimlösend
  • auswurffördernd
  • krampflösend.

Bei welchen Beschwerden von Pferden und Hunden kann Anis helfen?

Bei Erkältungsbeschwerden und chronischer Bronchitis erhöht Anis die Sekretion der Bronchien, verflüssigt das schleimige Sekret und verstärkt die Bewegung des Flimmerepithels. Die schleimlösende Wirkung des Anis hilft auch bei Nebenhöhlenentzündungen.

Bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und leichten Krämpfen im Magen-Darm-Trakt wirkt Anis krampflösend und entspannend auf die glatte Muskulatur. Anis vermehrt die Sekretion der Verdauungsdrüsen und hat eine appetitanregende Wirkung.

Tipp: Manche Pferde lieben den Geschmack von Anis. Unangenehm schmeckenden Arzneimitteln kann daher Anis zugesetzt werden, damit sie besser aufgenommen werden.

Äußerlich kann Anis gegen Hautparasiten angewendet werden.

Achtung: Bei äußerlicher Anwendung von ätherischen Ölen bei Pferden und Hunden sollte man generell sehr vorsichtig sein, da es zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen kommen kann. Am besten an einer kleinen Stelle testen, ob das ätherische Öl gut vertragen wird! Hunde neigen außerdem dazu, alles, was auf ihre Haut aufgetragen wird, durch Belecken zu entfernen. Der Hund sollte unbedingt daran gehindert werden, da Verdauungsbeschwerden die Folge sein können. Manche ätherischen Öle sind für Hunde sogar giftig und sollten daher nicht angewendet werden!

Unerwünschte Wirkungen

Bei Allergien gegen Doldenblütler oder Überempfindlichkeit gegen Anethol sollte Anis nicht verwendet werden.
Achtung: Unverdünnt darf Anisöl nicht innerlich angewendet werden! Nicht in die Augen bringen!


Quellen und weiterführende Literatur

  • Brendieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.

  • Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Di Carlo, A., & Widmaier, W. (2008). Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Berlin-Heidelberg: Springer Medizin Verlag.