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Artischocke

Die Artischocke (Cynara cardunculus subsp. scolymus (L.) Hegi) ist eine Delikatesse. Ihr Blütenboden und die Hüllblätter der Blüten werden als feines Gemüse sehr geschätzt. Die bitteren Rosettenblätter der Artischocke gelten als ungenießbar, doch in ihnen finden sich wertvolle Inhaltsstoffe, die Verdauungsbeschwerden lindern und den Stoffwechsel der Leber fördern.

Wo kommt die Artischocke vor, und wie sieht sie aus?

Die Artischocke stammt vermutlich aus Äthiopien. Wie bildliche Darstellungen belegen, war sie schon den alten Ägyptern bekannt und später im Römischen Reich weit verbreitet. Ab dem 15. Jahrhundert wurde sie in Italien kultiviert und gelangte von dort nach Frankreich und England, im 19. Jahrhundert auch nach Amerika. Heute wird sie als Gemüsepflanze in Südeuropa, Nord- und Südamerika und in Asien angebaut. In ihrer Wildform kommt sie im gesamten Mittelmeerraum vor.

Die Artischocke gehört zur Familie der Korbblütler. Mit einer Höhe von bis zu 2 m ähnelt das ausgewachsene Kraut einer riesigen Distel. Die Pflanze keimt im Spätsommer und entwickelt in den Wintermonaten eine kräftige Blattrosette. Die langen, zackigen Laubblätter sind teilweise dornig. An ihrer Oberseite sind sie hellgrün und kahl, auf der Unterseite grau und filzig behaart.

Im darauffolgenden Frühjahr treiben die Blütenstiele aus, auf ihnen bilden sich je ein bis zwei Blütenkörbe mit schuppenförmig angeordneten, fleischigen Hüllblättern. Die sehr dekorativen Blüten sind rot oder blau, die Blütezeit dauert von Juli bis August. Danach bildet die Pflanze 6–8 cm große, längliche Samenfrüchte aus.

Welche Teile der Artischocke werden in der Phytotherapie angewendet?

Die Wirkstoffe der Artischocke befinden sich in den Laubblättern der Pflanze. Im Gegensatz zu dem schmackhaften Blütenboden und den Hüllblättern schmecken die Blätter bitter. Schon ihr Geruch ist leicht beißend und weniger aromatisch als jener der in der Küche begehrten Pflanzenteile.

Die Laubblätter werden kurz vor der Blüte geerntet und entweder zu Presssaft verarbeitet oder getrocknet. Die Menge der pflanzlichen Wirkstoffe hängt von der Qualität und dem Alter der Blätter ab.

Wie wird die Artischocke verwendet?

Als Delikatesse findet die Artischocke bereits bei dem römischen Gelehrten Plinius d. Ä. (1. Jh. n. Chr.) unter dem Namen „Cynara“ Erwähnung. Diese Bezeichnung klingt heute noch vertraut: „Cynar“, ein bitter schmeckender italienischer Likör aus Artischockenblättern, ist ein bekannter Aperitif und Digestif.

Zu Lebzeiten Karls des Großen wurde die Artischocke bereits als Heilpflanze erwähnt, dann verschwand sie für 500 Jahre aus dem Fundus der wirksamen Pflanzen. Erst die Araber brachten das Wissen um die Heilwirkung der Artischocke nach Europa zurück. Die Pflanze muss bald eine hohe Wertschätzung genossen haben, da man sie seit dem 15. Jahrhundert als beliebtes Motiv für Ornamente an vielen Bauwerken findet.

Ab dem 16. Jahrhundert war die Artischocke eine anerkannte Heilpflanze für „verstopfte Leber zu der Gelbsucht und Wassersucht“ (Kräuterbuch des P. Mattioli). Allerdings wurde der falsche Pflanzenteil empfohlen – die in Wein gekochte Wurzel, die keine nachweisliche Wirksamkeit hat. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden aber Zubereitungen aus Artischockenblättern als leberschützendes Mittel und gegen Gelbsucht verwendet.

Heute wird die Artischocke bei Verdauungsbeschwerden empfohlen, die durch einen Mangel an Gallensekretion hervorgerufen werden. Artischockenextrakte wirken verdauungsfördernd und appetitanregend. Sie können dazu beitragen, die Leber-Gallen-Funktion zu normalisieren, den Zucker- und Fettstoffwechsel zu verbessern und erhöhte Blutfettwerte zu senken.

Welche Inhaltsstoffe sind für die Wirksamkeit der Artischocke verantwortlich?

Artischockenblätter enthalten gleich drei Gruppen von Wirkstoffen, denen pharmazeutische Wirksamkeit zugesprochen wird.

Die Caffeoylchinasäuren (CCS), Folgeprodukte der Kaffeesäuren, nehmen den größten Anteil der Wirkstoffe in den Artischockenblättern ein. Das daraus gebildete Cynarin regt den Gallenfluss an, erhöht die Stoffwechselleistung der Leberzellen, schützt diese vor toxischen Substanzen und wirkt auf den Fettstoffwechsel.   

Der Bitterstoff Cynaripiktin, der den Blättern ihren bitteren Geschmack verleiht, fördert die Sekretion von Speichel- und Magensaft und wirkt appetit- und verdauungsanregend.

Die Flavonoide der Artischocke, allen voran der Pflanzenfarbstoff Luteolin, haben antioxidative Wirkung.

Vermutlich besteht eine Kombinationswirkung der einzelnen Inhaltsstoffe, da der Gesamtextrakt eine höhere Wirksamkeit hat als jeder Inhaltsstoff für sich.

Bei welchen Beschwerden von Tieren kann die Artischocke angewendet werden?

Zubereitungen aus Artischockenblättern bewirken eine erhöhte Produktion von Gallenflüssigkeit und Gallensäuren. Sie hemmen freie Radikale und stützen die Leberfunktion. Bei allen Belastungen des Leberstoffwechsels kann die Artischocke daher sehr hilfreich sein, beispielsweise nach der Gabe von Medikamenten, im Fellwechsel, bei Allergien oder auch bei chronischen Stoffwechselerkrankungen wie EMS. Bei Hunden kann die Artischocke zudem die Fettverdauung fördern und bei Diabetes unterstützend wirken.

Unerwünschte Wirkungen

Bitterstoffe können in hoher Dosierung und bei längerer Anwendung zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Achtung: Bei Verschluss der Gallenwege dürfen Artischockenpräparate nicht verabreicht werden! Sollte eine Allergie gegen Korbblütler bestehen, wird von der Anwendung der Artischocke abgeraten!

Quellen und weiterführende Literatur

  • DAZ.online. (30. 03 2003). Von Artischockenpräparate: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2003/daz-14-2003/uid-9494 abgerufen

  • DAZ.online. (02. 02 2003). Von Arzneipflanze des Jahres 2003: Artischocke: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2003/daz-7-2003/uid-9192 abgerufen
  • Heilkräuter.de. (2021). Von Artischocke: https://heilkraeuter.de/lexikon/artischocke.htm abgerufen
  • Honermeier, B., Göttmann, S., Bender, L., & Matthes, C. (11 2001). Universität Gießen. Von Die Artischocke als Arzneimittel: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1050/pdf/spf010002f.pdf abgerufen