Ab 50 € versandkostenfreie Lieferung

100% Natur pur

100% Tierliebe

    +433115930800      |          [email protected]

Ab 50 € versandkostenfreie Lieferung

100% Natur pur

100% Tierliebe

    +433115930800      |          [email protected]

Blutbild Pferd - was die Blutwerte verraten

Eine Laboruntersuchung des Blutes – ein Blutbild – liefert wichtige Informationen über den Gesundheitszustand des Pferdes und ist ein wesentlicher Bestandteil der tierärztlichen Diagnostik. Doch ein Blutbild richtig zu deuten, ist gar nicht so einfach. Als Pferdemensch steht man zumeist ratlos vor den Laborwerten. Was ein kleines und ein großes Blutbild aussagen können, wann es sinnvoll ist, welches Blutbild des Pferdes anzufordern und welche weiterführenden Blutuntersuchungen es gibt, erfährst du hier.

Warum soll ich ein Blutbild meines Pferdes erstellen lassen?

Rund 45 Liter Blut zirkulieren im Organismus eines 500 kg schweren Pferdes. Blut versorgt die Organsysteme mit Sauerstoff und Nährstoffen, reguliert den Wärmehaushalt und transportiert Stoffwechselprodukte ab. Organische Erkrankungen und Stoffwechselstörungen spiegeln sich daher im Blut des Pferdes wider.

Ein Blutbild kann einerseits dem Tierarzt bei der Diagnosefindung hilfreich sein, andererseits aber auch beim gesund wirkenden Pferden frühzeitig auf mögliche Erkrankungen hinweisen. Weiters kann im Blutbild auch ein eventueller Nährstoffmangel festgestellt werden.

Woraus besteht das Blut des Pferdes?

Blut (Vollblut) hat flüssige und feste Bestandteile. Der flüssige Anteil wird als Blutplasma bezeichnet. Blutplasma besteht zu 90 % aus Wasser sowie aus Elektrolyten und Proteinen. Weiters enthält es Fibrinogen, einen Stoff, der für die Blutgerinnung verantwortlich ist.  Blutserum ist der wässrige Überstand einer geronnenen Blutprobe, also Blutplasma abzüglich der Gerinnungsfaktoren.

Die Blutzellen – rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen – sind die festen Bestandteile des Blutes. Mit ca. 32-47 % ist der Anteil der Blutzellen (Hämatokritwert) im Vollblut des Pferdes niedriger als der flüssige Plasmaanteil.

  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) werden im Knochenmark gebildet. In einem Liter Pferdeblut sind 4 Milliarden davon enthalten. Mithilfe des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, ein Proteinkomplex dessen Kern aus einem Eisen-Ion besteht, transportieren sie frischen Sauerstoff und das Stoffwechselprodukt Kohlendioxid durch den Blutkreislauf. Erythrozyten leben ca. 140 Tage und müssen ständig vom Körper nachproduziert werden.
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) wehren eindringende Krankheitserreger ab. Um auf möglichst viele Erreger reagieren zu können, werden sie in verschiedenen Typen gebildet, wie Lymphozyten Granulozyten, Monozyten usw. Im Verhältnis zu den roten Blutkörperchen findet sich beim gesunden Pferd nur eine kleine Anzahl von Leukozyten. Die Zahl der weißen Blutkörperchen steigt aber bei bestehenden Infektionen sehr schnell an.
  • Blutplättchen (Thrombozyten) entstehen aus Knochenmarkszellen und spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Sie sorgen dafür, dass sich bei blutenden Verletzungen das Gewebe wieder verschließt.

Wie wird die Blutprobe für ein Blutbild gewonnen?

Der Tierarzt entnimmt das Blut fast immer aus der Drosselvene des Pferds, die seitlich am Unterhals verläuft. Das Blut wird direkt über die Injektionsnadel in farblich codierte Blutröhrchen gefüllt, die verschiedene Gerinnungshemmer (Antikoagulantien) oder auch gerinnungsfördernden Substanzen (zur Serumgewinnung) enthalten. Welche Art von Blutröhrchen verwendet werden, hängt von der gewünschten Untersuchung ab:

  • Die Röhrchen werden mit den Daten des Pferdes und dem Datum beschriftet und vom Tierarzt aufbereitet: Die Proberöhrchen werden zentrifugiert, um reines Plasma oder Serum zu gewinnen – Vollblut wird nur sehr selten verwendet, da es schnell gerinnt.
  • Das Probematerial ist wärmeempfindlich. Es muss bis zum Transport kühl gelagert werden. Störfaktoren für die Auswertung im Labor sind die Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen) und die Lipämie (Eintrübung des Serums durch Fettstoffe) der Blutprobe. Wenn das Probenmaterial aber fachgerecht behandelt wird, bleibt es bis zu einer Woche stabil.
  • Da sich Blutzellen schon innerhalb von 4–6 Stunden nach der Blutprobe verändern, wird für ein Blutbild zusätzlich ein Blutausstrich hergestellt, der im Labor mikroskopisch untersucht wird. Dafür wird ein Tropfen Blut mit einer Pipette auf einem Objektträger aufgebracht, verstrichen und getrocknet.

Was bedeuten die Werte am Laborbefund?

Bei jeder Art von Blutuntersuchung werden am Befundblatt sowohl die aus der Blutprobe des Pferdes ermittelten Werte als auch die Referenzwerte angegeben. Referenzwerte beschreiben den Normbereich des einzelnen Wertes und werden wie die individuellen Werte des Pferdes in speziellen Maßeinheiten angegeben. 

Erhöhte oder zu niedrige Werte, die mit +/- gekennzeichnet sind, müssen aber nicht zwangsläufig ein Zeichen für eine schwere Erkrankung des Pferdes sein. Der Tierarzt wird in der Auswertung immer die einzelnen Werte in Relation zueinander setzen und die Vorgeschichte des Pferde, die klinische Untersuchung und die Informationen des Pferdebesitzers miteinbeziehen.   

Was ist ein kleines Blutbild?

Bei einem kleinen Blutbild wird die Zahl der verschiedenen Blutzellen beurteilt. Untersucht wird zunächst die Anzahl der

  • Erythrozyten (roten Blutkörperchen)
  • Leukozyten (weißen Blutkörperchen)
  • und Thrombozyten (Blutplättchen).

Die nähere Untersuchung der Erythrozyten für ein kleines Blutbild umfasst folgende Werte:

  • Hämatokritwert (HK) – Anteil der Erythrozyten im Blut
  • Hämoglobinwert (Hb) – Konzentration des roten Blutfarbstoffs im Blut an
  • MCV (mean corpuscular volume) – Wert für das Volumen der einzelnen Erythrozyten. Sehr große oder sehr kleine rote Blutzellen sind für bestimmte Erkrankungen charakteristisch.
  • MCH (mean corpuscular hemoglobin) – Hämoglobingehalt einzelner Erythrozyten.
  • MCHC (mean coruscular hemoglobin concentration) – Mittelwert für die Hb-Konzentration bezogen auf die Gesamtzahl der Erythrozyten.
  • Oft wird auch noch die Anzahl der Retikulozyten (junge, unreife rote Blutkörperchen) angegeben, um die Blutbildung im Knochenmark beurteilen zu können.

Die ermittelten Mengen werden anschließend im Verhältnis zueinander betrachtet. Daraus können aussagekräftige Relationen und Mittelwerte gebildet werden.

Was sagt ein kleines Blutbild aus?

Ein kleines Blutbild kann erste Hinweise zu Krankheitsbildern liefern. So signalisiert z. B. eine erhöhte Leukozytenanzahl einen entzündlichen Prozess im Körper oder eine Infektion, niedrige Erythrozyten-Werte sind Zeichen für eine Anämie („Blutarmut“) des Pferdes.

Achtung: Die Ursachen für Werte außerhalb des Normbereichs können mit einem kleinen Blutbild nicht abgeklärt werden! Abweichungen im kleinen Blutbild erfordern weitere Untersuchungen!

Was ist ein großes Blutbild/Differentialblutbild?

Ein großes Blutbild wird meist dann erstellt, wenn das kleine Blutbild auffällig war oder der Verdacht auf eine Erkrankung des Pferdes besteht. Für ein großes Blutbild werden zusätzlich noch die unterschiedlichen Leukozytengrupen im Blut genauer untersucht:

  • stab- und segmentkernige Granulozyten (neutrophile Granulozyten) sind Teil der Immunabwehr und dienen der Erkennung und Bekämpfung von Mikroorganismen.
  • eosinophile und basophile Granulozyten spielen eine wichtige Rolle bei Immunabwehr gegen Parasiten.
  • Monozyten entwickeln sich im Organismus zu sogenannten Fresszellen, die eingedrungene Erreger in sich aufnehmen.
  • Lymphozyten produzieren je nach Art Antikörper gegen Krankheitserreger, regulieren die Immunantwort oder töten infizierte Zellen ab.

Auch Suchprofile, die neben dem Differenzialblutbild (Hämatologie) auch klinisch-chemische Parameter (Nieren- und Leberwerte, Stoffwechsel- und Muskelwerte sowie den Status der Versorgung mit Spurenelementen) beinhalten, werden vereinfachend ebenfalls als Blutbild bezeichnet.

Was kann mit einem Blutbild untersucht werden?

Für eine präzise Diagnosestellung ist auch ein großes Blutbild zumeist nicht ausreichend. Auf der Basis von angebotenen Screenings oder Suchprofilen kann der Tierarzt im Labor die Auswertung weiterer Parameter anfordern, um Informationen über

  • die Funktion einzelner Organe
  • Stoffwechselstörungen
  • Nährstoffversorgung mit Spurenelementen und Vitaminen
  • Hormone
  • und eventuelle allergische Prozesse

zu gewinnen. Die Auswertung von klinisch-chemischen Parametern umfasst in den Organen gebildete Enzyme und Substrate sowie Mineralstoffe und Elektrolyte. Veterinärmedizinische Labore bieten neben vertiefenden Untersuchungen von Organwerten (organspezifisches Screening) auch spezielle Blutprobenauswertungen für Leistungspferde, alte Pferde (Geriatrieprofil) und Fohlen an.

Welche Werte finde ich am Blutbefund meines Pferdes?

Bei einem Gesundheitscheck des Pferdes werden zusätzlich zum großen Blutbild folgende organspezifische Werte ermittelt:

Leberwerte:

  • Bilirubin (indirekt) entsteht beim Abbau von rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) in den Leberzellen durch die Verbindung mit Albumin. Abweichungen vom Normwert zeigen an, dass das Problem vor dem Abbau in der Leber liegt. Direktes Bilirubin wird durch die Gallenflüssigkeit in den Darm transportiert und zum Teil über die Niere ausgeschieden. Erhöhte Werte sprechen für Leberfunktionsstörungen oder für Störungen des Gallenflusses. Im Blutbild werden Bilirubin (gesamt) und Bilirubin (direkt) angegeben.
  • AP (alkalische Phosphatase) ist ein Enzym, das für die Beschleunigung von Stoffwechselprozessen sorgt. AP kommt in fast allen Geweben im Körper vor. Abweichende Werte deuten auf Erkrankung der Leber oder Galle, auf Knochenerkrankungen oder auf Anämie hin.
  • γ-GT (Gamma-GT, GGT, Gamma-Glutamyltransferase) spielt eine wichtige Rolle bei Entgiftungsprozessen. Dieses Leberenzym ist ein Indikator für eine Störung im Proteinstoffwechsel.
  • Gesamteiweiß gibt den Wert für die Plasmaproteine an, die im Organismus für Wasserbindung, Transport von Nährstoffen, Gerinnung und Abwehr sorgen. Abweichende Werte kommen bei Leber-, Nieren- und Darmerkrankungen vor.
  • AST (Aspartat-Aminotransferase) ist ein Enzym, das am Abbau spezieller Eiweißbausteine beteiligt ist. Ein AST-Wert außer der Norm gibt Hinweise auf Schädigungen der Leber oder der Skelettmuskulatur.
  • GLDH (Glutamatdehydrogenase) ist ein leberspezifisches Enzym und ein wichtiger Marker für Leberschädigungen.
  • Albumin ist ein Eiweiß, das in der Leber gebildet wird. Abweichende Werte deuten auf eine Leber- oder Nierenerkrankung hin.

Nierenwerte:

  • Harnstoff entsteht beim Abbau von Ammonium im Zuge des Eiweißstoffwechsels und wird über den Harn vom Körper ausgeschieden. Häuft sich Harnstoff im Blut an, ist das ein Zeichen dafür, dass die Niere die Giftstoffe nicht ausschleusen kann. 
    Hierbei ist zu beachten, dass der Harnstoffwert auch bei eiweißreicher Ernährung ansteigen kann.
  • Kreatinin (CREA) ist ein Abbauprodukt von Kreatin, einer körpereigenen Säure. Es wird von der Niere filtriert und über den Urin vom Körper ausgeschieden. Der Kreatininwert ist, zusammen mit dem Harnstoffwert, ein Indikator für die Funktionstüchtigkeit der Nieren.

Elektrolyte:

  • Natrium (Na) kommt in allen Zellen und Flüssigkeiten des Körpers vor und steht in engem Zusammenhang mit Chlorid. Zusammen bilden diese beiden Elemente Kochsalz. Beide Elemente sind lebensnotwendig und stehen in direkter Verbindung mit dem Wasserhaushalt des Körpers. Natrium ist essentiell für die Aufrechterhaltung verschiedener Körperfunktionen wie den Blutdruck oder den Säure-Basen-Haushalt. Ebenso spielt es eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung des Nervensystems und aktiviert verschiedene Enzyme.
  • Chlorid (Cl) spielt zudem noch eine wichtige Rolle bei der Bildung von Magensäure. Somit ist es ein essentieller Stoff für die Verdauung, spielt aber auch für die Abwehr von Krankheitserregern eine wichtige Rolle.
  • Kalium (K) gehört wohl zu den wichtigsten positiv geladenen Elektrolyten im Körper. Es spielt eine wesentliche Rolle im Wasser- und Elektrolythaushalt. Bereits geringe Störungen des Kaliumhaushalts können zu Herzrhythmusstörungen führen. Zu hohe Kaliumwerte werden als „Übersäuerung des Blutes“ bezeichnet und können ein Zeichen für Nierenfunktionsstörungen oder Störungen des Hormonhaushalts sein. Eine „Untersäuerung“ des Blutes durch zu niedrige Kaliumwerte kann durch Atemstörungen, Störungen des Hormonhaushalts, Nierenerkrankungen oder schwere Durchfälle verursacht werden.
    Achtung: Wärme und lange Transportzeiten von Blutproben können den Kaliumwert verfälschen. Harntreibende Kräuter, die zur Durchspülung der Niere gefüttert werden, können die Werte von Natrium, Kalium und Chlorid vorübergehend absenken.
  • Phosphat (PO4, anorganisches Phosphat) hat in Verbindung mit Calcium (Ca) eine wichtige Funktion im Energie- und Knochenstoffwechsel. Der Phosphor- und Kalziumspiegel im Blut wird über Hormone geregelt, Überschüsse werden über die Niere ausgeschieden. Ein zu niedriger Wert kann auf eine Erkrankung des Knochenstoffwechsels, auf eine Nierenerkrankung, eine hormonelle Erkrankung oder auch eine Magen- Darm-Erkrankung hinweisen. Auch manche Medikamente, wie z.B. Cortisonpräparate, können zu niedrigen Calcium-Werten führen. 

Stoffwechselwerte:

  • Glukose im Blut ist der Wert für den Blutzuckerspiegel. Der Glukosewert kann fütterungsbedingt, aber auch durch Stressbelastung stark schwanken. Dadurch sind fälschlicherweise erhöhte Werte möglich.
  • Cholesterin zählt wie auch die Triglyzeride zu den Blutfetten. Gegen seinen Ruf spielt Cholesterin eine wichtige Rolle beim Calciumstoffwechsel, für den Hormonhaushalt sowie bei der Bildung von Vitamin D. Werte außerhalb der Norm können auf Probleme im Leberstoffwechsel hindeuten, stehen aber auch im Zusammenhang mit der Schilddrüsenfunktion.
  • Triglyzeride werden als Fette direkt aufgenommen und stellen Energiereserven im Körper dar. Abweichende Werte kommen bei übergewichtigen, aber auch bei hungernden Pferden vor und können auf Störungen der Leberfunktion sowie auf eine Störung der Schilddrüsen hinweisen. Der Triglycerid-Wert ist ernährungsabhängig und kann sich daher schnell verändern.

Muskelwerte:

  • Creatin Kinase (CK) ist ein Enzym der Skelett- und Herzmuskulatur, welches bei Schädigungen der Muskulatur erhöhte Aktivität zeigt. Die CK steigt auch nach Training und Transport der Pferdes an und erreicht 4–6 Stunden danach den höchsten Wert. Zu einem Anstieg kann es sogar durch die Blutprobenentnahme kommen, wenn das Pferd sich dabei aufregt.
  • LDH (Laktatdehydrogenase) kommt in vielen Organen, hauptsächlich in der Leber sowie in der Herz- und der Skelettmuskulatur vor. Dieses Enzym ist als Einzelparameter wenig aussagekräftig, sondern wird im Zusammenhang mit der CK bewertet.
  • Calcium (Ca) ist für das Zusammenziehen von Muskelfasern und für die neuronale Erregungsleitung verantwortlich. Der Calciumspiegel im Blut wird hormonell geregelt und lässt keine Rückschlüsse auf die Calcium-Versorgung über das Futter zu.
  • Magnesium (Mg) spielt im Muskelstoffwechsel eine herausragende Rolle, da es für die Freisetzung von Energie in den Muskelzellen sorgt. Da der Organismus Magnesium in den Knochen, den Zähnen und in der Muskulatur speichert, werden Mängel erst sehr spät im Blutbild sichtbar.

Welche Blutuntersuchungen können sonst noch durchgeführt werden?

Für ältere Pferde werden sogenannte Geriatrie-Profile angeboten, die speziell auf die nachlassende Organfunktionen der Senioren und auf Zink- und Selenmangel abzielen.

Tipp: Bei älteren Pferden wird eine jährliche Blutuntersuchung empfohlen, um eventuelle organische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Screenings für Leistungspferde werten zusätzlich noch die Laktatkonzentration im Blut aus, welche durch das Training erhöht sein kann. Weitere Blutuntersuchungen dienen dem Nachweis von Stoffwechselerkrankungen (EMS, Cushing), Schilddrüsenerkrankungen oder Allergien, der Feststellung des Hormonstatus sowie des Immunstatus und der Therapiekontrolle.

Kann ein Mineralstoffmangel im Blut festgestellt werden?

Der Organismus des Pferdes ist auf die Versorgung mit wichtigen Mineralstoffen, die über die Nahrung aufgenommen werden müssen, angewiesen.  Um Mängeln vorzubeugen, werden Mineralstoffe in Depots wie Knochen, Muskeln oder der Haut gespeichert. In „Notzeiten“ kann der Körper auf diese Reserven zurückgreifen. Ein Mineralstoffmangel zeigt sich bei einer Blutuntersuchung also erst dann, wenn die Reserven fast aufgebraucht sind. Das Allgemeinbefinden des Pferdes – der Zustand von Haut, Fell und Hufen – ist das erste Anzeichen für eventuelle Mangelerscheinungen. Eine Ausnahme ist die Versorgung mit Selen (Se). Viele Pferde haben niedrige Selenwerte, ohne irgendwelche Auffälligkeiten zu zeigen.

Tipp: Der Selenwert kann bei Blutprofilen extra angefordert werden.

Sehe ich im Blutbild, ob mein Pferd gesund ist?

Wenn alle Blutwerte deines Pferdes im Normbereich liegen, kannst du dich vorerst entspannt zurücklehnen. Aber auch ein einzelner Blutwert, der im Vergleich zum angegeben Referenzwert zu hoch oder zu niedrig liegt, muss nicht unbedingt ein Hinweis auf ein schweres Problem des Pferdes sein.

Ein Blutbild ist eine Momentaufnahme. Manche der untersuchten Werte hängen von der Ernährung, von der Belastung oder auch vom Stresslevel des Pferdes bei der Blutabnahme ab. Auch andere Begleitumstände wie die Gabe von Medikamenten haben Auswirkungen auf manche der untersuchten Blutwerte.

Die einzelnen Blutwerte müssen immer als Teile eines großen Ganzen betrachtet werden. Um eine Diagnose stellen zu können, bringt der Tierarzt die verschiedenen Werte miteinander in Verbindung und bezieht auch seine eigenen Untersuchungsergebnisse, bildgebende Verfahren usw., die Vorgeschichte des Pferdes und vor allem auch dein Wissen über dein Pferd mit ein. Die Auswertung eines Blutbildes solltest du also immer dem Tierarzt deines Vertrauens überlassen!

Quellen

  • https://laboklin.com/at
  • https://www.idexx.de/files/reference-laboratory-services-allgemeines_lvz_2017.pdf
  • https://ladr.de/praeanalytik/blutabnahme/blut-untersuchungsmaterial
  • Svenja Stelse-Heine: Pferde richtig füttern: Blutwertanalysen - Futtermittel – Vitalstoffe, BoD 2021