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Hufrollenentzündung beim Pferd

Die sogenannte „Hufrolle“ ist für ambitionierte Reiter ein Schreckgespenst: Podotrochlose (Hufrollenentzündung, Hufrollensyndrom) zählt zu den häufigsten Ursachen für chronische Lahmheit von Reitpferden. Die Anzeichen für eine Hufrollenerkrankung sind vielfältig: Sie reichen von Stolpern, Taktfehlern, einem klammen Gang bis zum deutlichen, von Kopfnicken begleiteten Lahmen. Was eine Hufrollenentzündung ist, was die schmerzhafte Krankheit verursacht und wie ein erkranktes Pferd am besten unterstützt werden kann, liest du hier.

Was ist die Hufrolle des Pferdes?

Unter „Hufrolle“ verstehen Pferdemenschen zumeist eine entzündliche degenerative Erkrankung im Hufbereich des Pferdes. Tatsächlich ist die Hufrolle aber keine Krankheit, sondern ein komplexes Umlenksystem für die tiefe Beugesehne im Sohlenbereich des Hufs, das aus Strahlbein, der tiefen Beugesehne und dem Schleimbeutel des Strahlbeins zusammengesetzt ist.

Die tiefe Beugesehne verläuft über die Hufrolle bis zur Hinterseite des Hufbeines.  Der Hufrollen-Mechanismus sorgt dafür, dass die Sehne bei jeder Bewegung zwischen Kronbein und Hufbein über den Hufrolleschleimbeutel und den Knorpel des Strahlbeins gleiten kann – wie auf einer Rolle. Der dazwischen liegende Schleimbeutel dient dabei als Polster und als Schmierung.

Was passiert bei einer Hufrollenentzündung?

Durch länger anhaltende Überlastung kann sich jeder Teil des perfekt ausbalancierten Hufrollen-Systems entzünden. Bereits durch das Gewicht des stehenden Pferdes wird die Beugesehne stark beansprucht, noch viel höher ist die Belastung beim Auffußen im Galopp! Wenn die tiefe Beugesehne zu starkem Druck ausgesetzt ist, reagiert sie mit einer Entzündung.

Bei fortschreitender Krankheit reibt die Sehne am Strahlbeinknorpel. Das aufgeraute Knorpelgewebe behindert das Darübergleiten der Sehne, die damit weiter geschädigt wird. Bei Erkrankungen und Verklebungen der Sehne im Bereich des Hufrollenschleimbeutels kommt es auch dort zu entzündlichen Prozessen.

Der angegriffene Strahlbeinknorpel wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Die Folgen sind einerseits die Zerstörung des Knorpels, andererseits Verwachsungen wie Arthrosen des Hufgelenks und Entkalkungsprozesse im Knochengewebe, die bis zum Bruch des Strahlbeins führen können.

In der Regel sind beide Vorderbeine betroffen, häufig in unterschiedlichem Grad. Die Krankheit tritt zumeist vom 6. bis zum 14. Lebensjahr des Pferdes erstmals auf. Solange eine Hufrollenentzündung nicht chronisch geworden ist und noch keine degenerativen Erscheinungen an der Hufrolle aufgetreten sind, ist eine Ausheilung möglich. Einmal daran erkrankte Pferde bleiben jedoch anfällig.  

Welche Symptome hat ein Pferd mit Hufrollenentzündung?

Eine Hufrollenentzündung entwickelt sich schleichend und wird oft zu spät erkannt. Die Entzündung im Hufbereich verursacht Schmerzen, und das sowohl im Stehen als auch in der Bewegung! Durch den Schmerz sinkt die Bewegungsfreude des Pferdes. Typisch ist, dass das erkrankte Pferd die Belastung der Trachte vermeidet und vermehrt mit der Zehe auffußt, was häufiges Stolpern zu Folge hat. Der Gang des Pferdes wirkt schwunglos und verhalten, was viele Reiter dazu verleitet, das Pferd energischer vorwärtszutreiben und ihm Unwilligkeit oder Faulheit zu unterstellen.

Im fortgeschrittenen Stadium beginnt das Pferd an einem oder beiden Vorderbeinen zu lahmen. Für den Pferdemenschen ist die Lahmheit oft schwer einzuschätzen, da sie nicht immer gleich deutlich auftritt. So geht das Pferd am Anfang der Trainingseinheit klamm und läuft nach einer Aufwärmzeit dann ganz normal. Oder das Pferd scheint auf gerader Strecke klar zu laufen und zeigt vielleicht nur hin und wieder Taktunreinheiten, es lahmt jedoch in Wendungen oder am Zirkel. Die Lahmheit kann auch umspringen, d. h. das Pferd lahmt einmal auf dem rechten, dann wieder auf dem linken Vorderbein. Harter oder tiefer Boden führt meistens zur Verschlechterung.

Im Stehen nimmt das betroffene Pferd oft eine Entlastungshaltung für die Beugesehne ein und stellt ein Vorderbein oder beide Beine abwechselnd nach vorne. Manche Pferden stehen „kniehängig“, um eine Streckung des Karpalgelenks zu vermeiden, die Zug auf die Sehne ausüben würde. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann es zur Verformung der Vorderhufe kommen. 

Wie wird Podotrochlose diagnostiziert?

Bei unklaren Lahmheiten des Pferdes sollte möglichst bald der Tierarzt hinzugezogen werden. Die Diagnose einer Hufrollenentzündung ist nicht ganz einfach, da der Hufrolle-Apparat aus Knochen, Sehnen und Weichteilgewebe zusammengesetzt ist. Besteht nach einer Lahmheitsuntersuchung, bei der das Gangbild des Pferdes im Schritt und Trab sowie in Wendungen beurteilt wird, der Verdacht auf Hufrollenentzündung, werden weitere Untersuchungsschritte notwendig.

  • Abtasten des Hufes mit der Hufzange im Bereich der Hufrolle kann erste Hinweise auf entzündliche Prozesse und Schmerzen liefern.
  • Die Keilprobe galt früher als das Mittel der Wahl, um eine Hufrollenentzündung festzustellen. Dafür soll das Pferd einen Vorderhuf für ca. 60 Sekunden auf ein erhöhtes Brett stellen, um die Trachten stärker zu belasten, und dann sofort lostraben. Eine deutliche Lahmheit beim Antraben ist zwar ein Hinweis auf Podotrochlose, eine sichere Diagnose kann mit der Keilprobe aber nicht gestellt werden.
  • Röntgenaufnahmen können Aufschluss über Veränderungen am Strahlbein bringen. Entzündungen im Bereich der Sehne und des Schleimbeutels sind am Röntgenbild allerdings nicht sichtbar.
  • Ultraschalluntersuchungen können Sehnenschäden und Gleitflächendefekte nachweisen.
  • Mithilfe der Leitungsanästhesie kann der schmerzhafte Bereich genauer eingegrenzt werden. Dabei wird der Hufrollen-Nerv betäubt, der den unteren Bereich des Kronbeins versorgt. Läuft das Pferd daraufhin beim Vortraben auf dem behandelten Bein lahmheitsfrei und lahmt mit dem anderen Bein stärker, kann das als deutliches Zeichen für eine Hufrollenerkrankung gewertet werden. 

Warum kann sich die Hufrolle des Pferdes entzünden?

Ob ein Pferd anfällig für eine Hufrollenentzündung ist, hängt von vielen Faktoren ab, die zum Teil angeboren sind, darunter

  • Hufformen wie Zwanghufe, flache Hufe mit langer Zehe, steile Hufe mit hohem Trachtenbereich
  • zehenenge oder -weite Hufstellung
  • Gliedmaßenstellung, vor allem steil gewinkelte Fessel und Schulter oder lange, weiche Fesseln
  • Geschlecht: Stuten sind weniger häufig betroffen als Wallache
  • Rasse: Warmblüter und Quarterhorses erkranken häufiger als Araber oder Ponys. Bei vielen Westernpferden passt die Hufgröße nicht zum Körperbau!
  • Gangbild: Imponierende Gänge und schwebende Tritte wurden Reitpferden erst angezüchtet. Die beeindruckenden Bewegungsmuster stellen eine hohe Belastung für die Gliedmaßen dar, vor allem der Trachtenbereich ist größeren Kräften ausgesetzt.

Andere Faktoren, die von einer Veranlagung des Pferdes, an Hufrollenentzündung zu erkranken, manchmal schwer abzugrenzen sind, können sowohl Ursachen als auch Auslöser für das Krankheitsbild sein:

  • Aufzuchtfehler wie Bewegungsmangel und schnelles Wachstum von Jungpferden durch Überversorgung, was verminderte Knochenqualität und Bindegewebsschwächen (Knorpel, Sehnen, Bänder) zur Folge hat.
  • Bewegungsarme Haltung: Wenn das Pferd die meiste Zeit in der Box steht, kann sich der Huf an kurzzeitige reiterliche Belastung kaum anpassen. Reiten ist kein Ersatz für ständige, ruhige Bewegung!
  • Schwache Muskulatur
  • Beschlag bzw. Hufzurichtung: Fehlerhafte Hufkorrektur oder zu lange Intervalle bei der Hufbearbeitung können den Hufrollenapparat belasten. So üben zu lange Zehen bei gebrochene Zehenachse starken Zug auf die tiefe Beugesehne aus. Bei einengenden Beschlägen mit zu kurzen oder zu schmalen Schenkeln drücken die Eckstreben des Hufes auf den Hufrollenapparat.

Hufrollenentzündung durch Über- und Mangelversorgung?

  • Durch Übergewicht des Pferdes wird sein Bewegungsapparat zusätzlich belastet! Viel Bewegung sorgt für das Idealgewicht des Pferdes und für bessere Durchblutung und Nährstoffversorgung im Hufbereich.
  • Gerade Pferde im Training haben einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, der über das Grundfutter oft nicht gedeckt ist! Eine ausbalanciertes Mineralstofffutter kann Mängel ausgleichen. 

Eine große Rolle spielt die Nutzung des Pferdes durch den Menschen. Am häufigsten kommen Hufrollenentzündungen bei Reitpferden vor, seltener bei Fahrpferden, ganz selten bei jungen Pferden und Zuchtpferden, die nicht geritten werden. Möglicherweise ist ein Grund dafür, dass Pferde von Natur aus geradeaus laufen würden und nicht auf begrenztem Raum und auf gebogenen Linien. Pferde in freier Wildbahn springen auch nicht wiederholt über hohe Hindernisse. Dafür sind ihre Gelenke nicht gebaut. Wildpferde erkranken nicht an Podotrochlose!

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Reitweise und Hufrollenentzündung?

Podotrochlose wird oft als „Berufskrankheit“ von Sportpferden bezeichnet. Das ist leicht nachvollziehbar, wenn man sich die Belastung der unteren Gliedmaßen eines Springpferdes beim Landen nach einem Sprung vorstellt. Oder das hohe Tempo, das Vielseitigkeitspferde auf schwierigem Gelände vorlegen. Oder die engen Wendungen und Stopps eines Westerncracks und eines Polopferdes.

Frühes Anreiten sowie die starke Belastung junger, nicht ausgewachsener Pferde, wie sie zum Beispiel im Rennsport üblich ist, sind häufige Ursachen für eine spätere Hufrollenerkrankung.  

Doch nicht nur Pferde in den schnellen „sportlichen“ Sparten sind mit einem hohen Risiko für Hufrollenentzündung belastet. Dressurpferden, die zu früh und zu schnell gefordert werden, fehlt für schwere Lektionen noch Muskulatur und Kraft. Sie zeigen oft mangelnde Rücken- wie auch Hinterhandtätigkeit und überlasten die Vorhand.  

Nicht zuletzt sind viele Freizeitpferde betroffen, die ihre Reiter „nur spazierentragen“ sollen. Ausbildung, Muskelaufbau und Gymnastizierung der Freizeitpartner werden oft vernachlässigt!

Bodenarbeit mit Pferden sollte nicht mit Austoben-Lassen verwechselt werden. Rasen im Round Pen, Rutschen, abrupte Stopps aus hohem Tempo und schnelle Wendungen belasten Pferde auch im Freilauf!  

Wie wird eine Hufrollenentzündung behandelt?

Wenn das Pferd starke Schmerzen hat, wird der Tierarzt anfangs Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verordnen. Damit können die Symptome zunächst gelindert werden. Allerdings besteht das Risiko, dass sich das – nun schmerzfreie – Pferd selbst überlastet!  Schmerzmittel können eine Hufrollenentzündung nicht heilen und sind keine Dauerlösung, da sie die Magenschleimhaut des Pferdes reizen.

Gelenksinjektionen mit entzündungshemmenden Mitteln wie Cortison oder mit Substanzen für den Knorpelaufbau wie Hyaluronsäure, bergen immer das Risiko einer Infektion. Gelenksnahe Therapien wie Einspritzungen und Spülungen sollten in einer Klinik vorgenommen werden!

Glucosaminoglycane (GAG) können auch über das Futter verabreicht werden, sind aber erst in hoher Dosierung wirksam.

Präparate zur Beeinflussung des Knochenumbaus können eingesetzt werden, wenn die Knochenstruktur vom Strahlbein und Hufbein bereits verändert bzw. geschwächt ist. Wie weit eine solche Behandlung sinnvoll ist, muss der Tierarzt entscheiden.

Sehr hilfreich kann eine Stoßwellentherapie sein. Stoßwellen sind besonders wirksam bei Veränderungen der Hufrolle, die direkt unter dem Strahl liegen.

Was bewirkt eine Neurektomie (Nervenschnitt)?

Bei einer kleinen Operation werden die Nerven durchtrennt, welche den Hufrollenbereich versorgen. Das Pferd wird dadurch schmerzfrei und lahmt nicht mehr.

Der Nervenschnitt birgt allerdings einige Gefahren: Der degenerative Prozess der Hufrollenentzündung wird damit nicht gestoppt! Die fehlende Empfindung auf der Sohle kann zu Verletzungen führen, da die Pferde häufiger stolpern und sogar stürzen können. Weiters müssen die Hufe besonders sorgfältig gepflegt werden, weil Huferkrankungen vom Pferd nicht mehr wahrgenommen werden. Pferde mit Nervenschnitt dürfen auf Turnieren nicht starten, da der Eingriff unter Dopingmaßnahmen fällt. 

Diese Methode sollte nur angewandt werden, wenn andere Verfahren nicht mehr helfen. Außerdem muss sichergestellt sein, dass keine der Hufrollenstrukturen so weit geschädigt ist, dass eine vollständige Zerstörung befürchtet werden muss. Viele Tierärzte raten daher von einem Nervenschnitt ab.

Muss ein Pferd mit Hufrollenentzündung beschlagen werden?

Die Hufbearbeitung spielt eine wesentliche Rolle bei der Behandlung einer Hufrollenentzündung. Eine gängige Methode ist ein orthopädischer Beschlag mit einer Zehenrichtung, die dem Pferd das Abrollen erleichtert. Das Höherstellen der Trachten mit geschlossenen Keilplatten soll den Druck auf die Hufrolle und den Zug auf die Beugesehne vermindern. Der Beschlag muss ca. alle sechs Wochen erneuert werden.

Diese „Fehlstellung“ bringt rasch eine Besserung der Lahmheit. Neuere wissenschaftliche Studien deuten aber darauf hin, dass die Veränderung des Hufmechanismus zu Minderdurchblutung des Hufes führt, was den Heilungsprozess verlangsamt. Weiters wird angenommen, dass auch die Sensorik des Hufes geschädigt wird und es zu Missempfindungen kommt, die man sich wie „eingeschlafene“ Füße in unpassenden Schuhen vorstellen könnte. 

Unbeschlagene Pferde mit Hufrollenentzündung sollten auf einen weichen Untergrund (Sand, Hackschnitzel etc.) gestellt werden. Wenn eine Pferdegruppe gut harmoniert und Verfolgungsjagden ausgeschlossen werden können, kann das Pferd mit der Gruppe im Offenstall und auf der Weide bleiben. In diesem Fall sollte man aber genau beobachten, ob das Pferd Schmerzen hat oder Stressreaktionen zeigt und rechtzeitig handeln! Viel ruhige Bewegung sorgt für eine gute Nährstoffversorgung des Hufrollensystems und fördert die Regeneration. Regelmäßige huforthopädische Behandlungen können helfen den Hufmechanismus zu verbessern.

Geduld ist angesagt!
Die Lahmheit bessert sich beim unbeschlagenen Pferd erst nach ca. drei Monaten. Bis zur vollständigen Ausheilung einer Hufrollenentzündung muss man mit einem Jahr rechnen.

Kann man ein Pferd mit Hufrollenentzündung reiten?

Durch das häufige Stolpern der erkrankten Pferde wird das Reiten gefährlich. Solange des Pferd lahmt, ist Reiten ohnehin ausgeschlossen. Erst wenn das Pferd zu 100 % schmerzfrei ist und auch auf hartem Boden wieder taktrein läuft, kann mit dem Training – langsam und vorsichtig! – wieder begonnen werden.

Die große Sportkarriere des Pferdes ist allerdings zu Ende, da die Gefahr besteht, dass es erneut an Hufrollenentzündung erkrankt. Doch als Freizeitpartner können Pferd und Reiter noch viel Schönes gemeinsam erleben!

Achtung: Eine Ruhepause ist dringend nötig, auch wenn das Pferd aufgrund der Behandlung nicht mehr lahmt. Synthetische Medikamente und orthopädische Beschläge beseitigen die Symptome, aber nicht die Ursache der Entzündung! Sind Schäden an der tiefen Beugesehne festgestellt worden, braucht das Pferd eine lange Ruhezeit und danach sehr behutsames Aufbautraining

Wie kann ich ein Pferd mit Hufrollenentzündung unterstützen?

  • Ruhige Bewegung
    Pferde mit Hufrollensyndrom müssen sich so viel wie möglich bewegen können, ohne dass sie dabei überfordert werden. 15 Minuten lang spazierengehen im Schritt und Trab erhöhen die Zirkulation im Huf um 15 %! Wichtig dabei: Das Pferd darf nicht überfordert werden. Enge Wendungen und harten, unebenen Boden vermeiden!
  • Manuelle Therapien wie Osteopathie und kraniosakrale Behandlungen wirken sich positiv auf das Allgemeinbefinden des erkrankten Pferdes aus.
  • Kräuter mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung können den Heilungsprozess fördern und das Wohlbefinden des Pferdes steigern, ohne den empfindlichen Magen zu belasten:

Welche Kräuter können bei Hufrollenentzündung angewendet werden?

  • Teufelskralle wirkt unterstützend und schmerzstillend bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates.
  • Hohlzahnkraut enthält Harpagosid, denselben Wirkstoff wie die Teufelskralle, und hat entzündungshemmende Wirkung bei Gelenkserkrankungen.
  • Weidenrinde ist ein Schmerzstiller aus der Natur. Sie ist besonders wirksam bei Gelenkserkrankungen und unterstützt die Beweglichkeit.
  • Rosmarin hilft bei Gelenksschmerzen und kurbelt den Stoffwechsel an.
  • Löwenzahn unterstützt den Organismus bei der Ausscheidung von Abbauprodukten und Schadstoffen

Kann ich einer Hufrollenentzündung vorbeugen?

Regelmäßige Hufkontrolle und Hufkorrektur
So gut wie kein Pferd hat ideale, regelmäßige Bilderbuch-Hufe. Bei Pferden mit Fehlstellungen, die eine Hufrollenerkrankung begünstigen können, sollte eine Hufkorrektur mit dem Hufschmied besprochen werden.

Übergewicht des Pferdes vermeiden
Spätestens, wenn die Rippen des Pferdes schwer zu finden sind, sollte die Futterration überprüft werden. Jedes Kilo zu viel belastet Sehnen und Gelenke! Achtung: Wenn das Pferd abspecken muss und die Ration gekürzt wird, muss die Versorgung mit Mineralstoffen sichergestellt sein!

Für ausreichend freie Bewegung des Pferdes sorgen
Bewegung hält Sehnen und Knorpel fit. Je mehr sich das Pferd frei bewegen kann, desto besser!

Immer gut aufwärmen
Egal, ob eine Trainingseinheit in der Halle oder ein Ausflug ins Gelände am Programm steht: aufwärmen muss sein! Auch Offenstallpferde brauchen eine Aufwärmphase, um ihre Muskeln, Sehnen und Gelenke auf „Betriebstemperatur“ zu bringen!

Pferdeschonendes Reiten
Schnelles Tempo auf hartem Boden ist für alle Pferde ein No-go. Der harte Aufprall tut weder Sehnen noch Hufen des Pferdes gut!

Die Hinterhandmuskulatur des Pferdes kräftigen, die Vorhand entlasten,
Wenn das Pferd lange Zeit gesund und einsatzfähig bleiben soll, führt an korrektem Reiten kein Weg vorbei. Sinn und Zweck der dressurmäßigen Gymnastizierung ist, das Pferd geradezurichten, die Muskulatur von Rücken und Hinterhand für die Lastaufnahme zu stärken und die Vorhand zu entlasten.

Tipp: Für Freizeitpferde bieten sich Übungen im Gelände an, die mit ein wenig Phantasie leicht umzusetzen sind ­­und dazu auch noch Spaß machen – Bergaufreiten in Dehnungshaltung, Klettern über Bodenhindernisse, Tempowechsel usw.

Der Muskelstoffwechsel des Pferdes kann mit natürlichen Mitteln gut unterstützt werden. Besonders hilfreich für den Muskelaufbau sind vitaminreiche Futterergänzungen mit antioxidativer Wirkung wie Hagebutte, Sanddorn und Traubenkernöl. Spirulina-Algen und Leinöl liefern wertvolle Aminosäuren, die das Pferd für den Aufbau von Muskelmasse und für die Regeneration seiner Muskulatur braucht.

Quellen

  • Christina Fritz, Souel Maleh: Zivilisationskrankheiten des Pferdes. Ganzheitliche Behandlung chronischer Krankheiten, Thieme, Stuttgart/New York, 2. Aufl. 2016
  • http://www.hufrollensyndrom.de/html/krankheitsprozess.html
  • Chris White: Podotrochlosis 101 | 24. Februar 2021 (=https://thehorse.com/184051/podotrochlosis-101/)
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