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Kotprobe – was wird im Pferdekot untersucht?

Die Untersuchung einer Kotprobe im Labor ist ein bekanntes Verfahren, um Darmparasiten des Pferdes nachzuweisen. In den Pferdeäpfeln verbergen sich aber noch weitere wichtige Informationen, die über den Gesundheitszustand eines Pferdes Aufschluss geben können. Eine Kotprobe zu nehmen, ist einfach! Was du dabei beachten solltest und welche Untersuchungsergebnisse durch Kotproben zu gewinnen sind, erfährst du hier.

Wie wird eine Kotprobe von einem Pferd genommen?

Eine Kotprobe vom Pferd ist einfach zu bekommen: Pferde setzen am Tag bis zu 20 kg Kot ab und äpfeln fünf bis 12-mal täglich im Abstand von ca. zweieinhalb Stunden. Pferdebesitzer können Kotproben bedenkenlos selbst nehmen, wenn folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Die Kotprobe am besten aus frisch abgesetztem Mist nehmen. Notfalls kann die Probe auch aus einem älteren Haufen stammen, älter als 12 h sollte der Kot aber nicht sein.
  • Den Kot mithilfe eines Einmalhandschuhs oder eines über die Hand gestülpten Gefrierbeutels aus dem Haufen nehmen, möglichst an einer Stelle, die nicht mit anderen Materialien wie Erde, Einstreu etc. in Kontakt gekommen ist. Eine Handvoll Probenmaterial ist ausreichend.  Das Labor benötigt für die Untersuchung ca. 40 bis 50 g Kot.
  • Den Handschuh oder den Gefrierbeutel über die Kotprobe stülpen und fest verknoten.
  • Für die Laboruntersuchung muss die Probe mit dem Namen des Pferdes und mit dem Datum der Entnahme gekennzeichnet werden, am besten mit einem Etikett auf dem Handschuh bzw. Gefrierbeutel.
  • Anschließend muss die Probe auf vier bis acht Grad abkühlen, entweder in einer Kühltasche oder im Kühlschrank.
  • Die Probe bis zum Versand kühl lagern.

 Eine absolut saubere Kotprobe erhält man, wenn der Tierarzt den Kot des Pferdes rektal entnimmt. Für die meisten Untersuchungen ist das allerdings nicht nötig! 

Was ist beim Versand der Kotprobe zu beachten?

Das Probenmaterial sollte in dichten, bruchfesten Behältnissen möglichst rasch verschickt oder selbst ins Labor gebracht werden. Tierärzte bieten dafür spezielle Behältnisse an.

Tipp: Man kann beim behandelnden Tierarzt nachfragen, ob die Praxis an bestimmten Tagen einen Kurierdienst zum Labor in Anspruch nimmt, und die Probe zu den entsprechend günstigen Zeiten dort abgeben! Manche Tierärzte führen Kotuntersuchungen, auf den qualitativen Nachweis von Parasiten, auch selbst durch.

Wie lange ist die Kotprobe haltbar?

Je schneller die Kotprobe im Labor ankommt, desto aussagekräftiger ist das Probenmaterial. Bei Transportzeiten über vier Tage und der Einwirkung hoher Temperaturen können die Resultate mancher Untersuchungen verfälscht sein. Kotproben für mikrobiologische Untersuchungen können schon nach ein bis zwei Tagen durch das Keimwachstum während der Transport- und Lagerzeit verfälschte Ergebnisse liefern!

Was ist eine Sammelkotprobe?

Bei einer Sammelkotprobe wird der Kot eines Pferdes über drei Tage gesammelt. Die Proben verpackt man einzeln und beschriftet sie. Sammelkotproben werden empfohlen, wenn die Probe auf schwer nachweisbare Parasiten wie Bandwürmer oder Leberegel untersucht werden soll. Auch bei der Suche nach Krankheitsursachen ist eine Sammelkotprobe aussagekräftiger als eine einmalig genommene Probe.   

Verdauungsstörungen auf den ersten Blick erkennen

Schon mit freiem Auge kann der Pferdekot Aufschluss über eventuelle Verdauungsstörungen geben. Diese Eigenschaften müssen aber immer in Relation zur Fütterung gesehen werden. Der Kot gesunder Pferde ist je nach Grundfutteraufnahme braun oder grünbraun und wird in glänzenden, gut geformten Ballen abgesetzt. Anomalien sind an Veränderungen von Form, Wassergehalt, Farbe und Geruch des Pferdekots gut zu erkennen:

  • Kleine trockene Kotballen sprechen für eine verzögerte Darmpassage.
  • In schwereren Fällen, wie beispielsweise nach einer Verstopfungskolik, ist der Kot mit weißlichen oder gelblichen schleimigen Fäden überzogen.
  • Weicher, unangenehm faulig riechender Kot deutet auf eine Entgleisung der Darmflora hin.
  • Schwarzer, stinkender Kot kann ein Hinweis auf eine Magenschleimhautentzündung sein.

Wenn man die Kotprobe zerteilt, zeigt sich bei den Kotballen eines gesunden Pferdes eine feine, gleichmäßige Struktur. Einzelne Getreidekörner und längere Pflanzenteile, die „durchgerutscht“ sind, sind kein Grund zur Besorgnis. Sollten allerdings größere Mengen an groben Futterpartikeln sichtbar sein, wird es Zeit für eine Zahnkontrolle!

Welche Kotuntersuchungen kann mein Tierarzt vor Ort durchführen?

Bestimmung des Sandanteils

Wenn Pferde in einem Sandpaddock gehalten und gefüttert werden oder auf einer abgefressenen Weide stehen, steigt die Gefahr, dass sie beim Fressen zu viel Sand aufnehmen und als Folge an Sandkoliken erkranken. Sand im Kot kann vom Tierarzt direkt beim Stall oder in der Praxis nachgewiesen werden: Die Pferdeäpfel werden z. B. in einem Untersuchungshandschuh mit Wasser aufgeschwemmt, vorhandener Sand setzt sich am Boden ab.

Partikelgröße im Kot

Zerteilter Kot wird mit einem scharfen Wasserstrahl über einem Sieb ausgewaschen. Wenn große Mengen von Futterpartikeln mit ca. 4 bis 5 mm im Sieb zurückbleiben, spricht das für eine ungenügende Zerkleinerung von Raufutter. Auch die Aufnahme von unverdaulichem Futter wie Holz, Baumrinde oder Sägespänen aus der Einstreu lässt sich damit nachweisen.

Überprüfung des pH-Wertes im Kot

Der pH-Wert im Kot kann nach Aufschwemmen mit destilliertem Wasser mithilfe von Indikatorpapier an Ort und Stelle festgestellt werden. Ein Wert < 6 signalisiert eine verstärkte Fermentation von Kohlenhydraten bzw. eine Übersäuerung im Darm.

Wie kann man anhand einer Kotprobe feststellen, ob ein Pferd Würmer hat?

Durch eine parasitologische Untersuchung kann abgeklärt werden,

  • welche Parasiten den Pferdedarm besiedeln
  • in welchem Grad das Pferd verwurmt ist.

Für den Nachweis von Würmern werden im Labor verschiedene Verfahren angewendet.
Beim Flotationsverfahren wird die Kotprobe mit einer gesättigten Salz- oder Zuckerlösung vermischt und zentrifugiert. Dann wird mit einer Öse eine Probe von der Oberfläche abgenommen und unter dem Mikroskop untersucht. Das Verfahren eignet sich für den Nachweis der Eier von Strongyliden, Spulwürmern und Nematoden (Fadenwürmern). Der Gehalt an Parasiteneiern wird mit gering, mäßig und hoch angegeben. Bandwurmeier sind schwieriger zu entdecken, da diese Parasitenart nicht immer Eier ausscheidet.

Mit dem Sedimentationsverfahren können große Wurmeier isoliert werden. Dafür wird die Kotprobe mit Wasser vermischt und durch ein sehr feines Sieb in ein Glas gegossen. Der Siebrückstand wird mehrmals gespült, und die Flüssigkeit wird nach dem Absetzen des Sediments gefärbt. Damit lassen sich die Eier des Großen Leberegels nachweisen.

Mit dem Auswanderungsverfahren können Lungenwurmlarven nachgewiesen werden. Lungenwürmer werden vom Pferd hochgehustet und abgeschluckt, damit gelangen sie in den Verdauungstrakt des Pferdes. Für dieses Verfahren wird die Kotprobe in ein Sieb gelegt, das über einem Trichter platziert wird, der in einen kleinen, abklemmbaren Schlauch mündet. Der Trichter wird zum Teil mit Wasser gefüllt. Die Lungenwurmlarven wandern bei ausreichender Feuchtigkeit aus und können unterm Mikroskop gefunden werden.

Parasitologische Kotuntersuchungen sollten nicht nur bei Vorliegen von Verdauungsstörungen durchgeführt werden, sondern auch bei unauffälligen Pferden in regelmäßigen Abständen erfolgen. Veterinärmedizinische Labore empfehlen für eine genauere Diagnostik die Untersuchung einer Sammelkotprobe.

Warum sollte die Anzahl von Wurmeiern in einer Kotprobe bestimmt werden?

Bei der selektiven Entwurmung spielen Art und Menge der vorhandenen Parasiteneier eine entscheidende Rolle.
Mit einem speziellen Verfahren (modifiziertes McMaster-Verfahren) können die vorhandenen Parasitenstadien mikroskopisch ausgezählt werden. Dafür wird eine definierte Kotmenge in einer Zählkammer flotiert, das Ergebnis erhält man als Eizahl pro Gramm Kot. Dieser exakte Wert kann mit früheren Werten verglichen werden. In der Regel gelten 200 Eier pro Gramm Kot als Obergrenze, ab der das Pferd entwurmt werden sollte.

Achtung; Dieser Grenzwert gilt nur für kleine Strongyliden. Bei Spulwürmern muss auch bei einer geringeren Anzahl entwurmt werden. Zeigt die Untersuchung, dass ein Pferd im Bestand von Bandwürmern befallen ist, muss die ganze Gruppe entwurmt werden!

Welche Krankheitserreger können mithilfe einer Kotprobe nachgewiesen werden?

Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion können folgende Krankheitserreger mit speziellen bakteriellen Untersuchungen aus einer Kotprobe isoliert werden:

  • Salmonellen können durch Futter und Wasser, das mit dem Kot infizierter Vögel oder Nagetiere kontaminiert wurde, in den Verdauungstrakt des Pferdes gelangen und verursachen schwere Durchfälle. Der Nachweis aus dem Kot gelingt über die Anzucht einer Bakterienkultur auf einem speziellen Nährboden.
  • Clostridien: Die toxinbildenden Stämme Clostridium perfringens und Clostridium difficile können über Anzucht nachgewiesen werden.
  • Rhodococcus equi verursacht bei Fohlen schwere Pneumonien und Verdauungsstörungen. Der Erreger kann durch Anzucht und PCR aus dem Kot aufgefunden werden.
  • Die Diagnose von Rota- und Coronaviren kann ebenfalls aus dem Kot des Pferdes erfolgen.

Kann man von einer Kotprobe auf die Darmgesundheit des Pferdes schließen?

Mit einer mikrobiologischen Untersuchung einer Kotprobe lässt sich ausschließlich feststellen, welche Mikroorganismen im letzten Darmabschnitt vorhanden sind. Aussagen über das Darmmikrobiom eines Pferdes lassen sich damit nicht treffen, weil es für die nützliche Bakterienbesiedelung der Darmflora von Pferden keine Richtwerte gibt.

Selbst das Darmmikrobiom eines einzelnen Pferd ist nicht stabil, sondern hängt von der Ernährung, den Haltungsbedingungen und der aktuellen Verfassung des Pferdes ab. Eine Kotuntersuchung kann also nur eine Momentaufnahme bieten!

Achtung: Die von manchen Firmen angebotenen Sequenzierungen einer eingeschickten Kotprobe haben keine wissenschaftliche Grundlage!

Wann sollte eine Kotuntersuchung durchführt werden?

Die Untersuchung von Kotproben ist ein effizientes Verfahren, um

  • den Grad der Verwurmung des Pferdes festzustellen
  • die Art der Darmparasiten zu bestimmen und das Pferd gezielt behandeln zu können
  • bei selektiver Entwurmung Vergleichsdaten zum Wurmbefall einzelner Pferde und des Pferdebestands zu gewinnen. Tierärzte empfehlen zwei bis vier Monitoring-Proben pro Jahr.
  • die Wirksamkeit von Wurmmitteln beim einzelnen Pferd zu überprüfen. Mehr zum Thema selektive Entwurmung findest du hier.
  • eventuelle Ursachen von Verdauungsstörungen herauszufinden.
  • Erreger von bakteriellen Infektionen des Verdauungstraktes zu isolieren.

Quellen

  • https://vetscreen.de/kotuntersuchungen/
  • https://www.tieraerzteverlag.at/vetjournal/darmflora-pferde
  • https://laboklin.com/ch/vetinfo/weitere-laborinformationen/pferde-aussendungen/2020/october/
  • Die Kotprobe – Möglichkeiten der Diagnostik
  • https://www.entwurmungpferd.de/kotprobe-pferd/
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