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Lavendel

Der betörende Duft von Lavendel (Lavandula angustifolia) weckt Erinnerungen an laue Sommerabende im Süden ebenso wie an den frischen Geruch in Omas Wäscheschrank … Lavendel ist eine der bekanntesten und beliebtesten Duftpflanzen, aber zugleich auch ein wirksames Heilkraut gegen Unruhe, Nervosität und Stressreaktionen.  

Wo kommt der Lavendel her, und wie sieht er aus?

Der Lavendel liebt die Sonne. In seiner Wildform wächst er in den Mittelmeerländern auf trockenen, kargen Böden. Im großen Stil wird er in der französischen Provence angebaut.

Der Echte Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler und ist mit anderen Heilkräutern wie Rosmarin, Salbei und Pfefferminze verwandt. Die mehrjährige, winterharte Pflanze bildet unter optimalen Bedingungen einen bis zu 140 cm hohen, buschigen Halbstrauch, in kühleren Lagen erreicht sie geringere Wuchshöhen von 40 bis 70 cm.

Die Blätter des Lavendels sind bis zu 5 cm lang und hellgrün bis graugrün gefärbt. Mit ihrer lanzettenartigen Form ähneln sie den Blättern des Rosmarins, sind aber durch ihre weiße, filzige Behaarung gut von diesem zu unterscheiden. Spätestens wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt, ist jede Verwechslung ausgeschlossen: Die Blätter enthalten Öldrüsen, die bei Verletzungen intensiv duftende ätherische Öle freisetzen. Je nach Sorte und Anbaugebiet können im Lavendel mehr als 40 verschiedene ätherische Öle vorkommen.

Die Blütezeit dauert je nach Region von Ende Mai bis Mitte September. Der Lavendel bildet violette, manchmal auch weiße Lippenblüten, die in sogenannten Scheinquirlen an einem behaarten Stängel angeordnet sind und einen markanten Duft verströmen. Die Vermehrung erfolgt durch die glänzenden braunen Samen.

Wofür wird Lavendel verwendet?

Lavendel ist vor allem als Parfümpflanze bekannt geworden. Das, durch Wasserdampfdestillation aus den Blüten und Stängeln gewonnene Lavendelöl ist Bestandteil vieler kosmetischer Produkte. Die Blüten werden dafür am frühen Morgen geerntet, wenn ihr Duft am stärksten ist. Der in höheren Lagen wachsende wilde Berglavendel wird für besonders exklusive Parfumöle verwendet.

Die jungen Blätter und noch weichen Triebe der Pflanze verfeinern als Gewürz viele mediterrane Gerichte. Unter anderem ist Lavendel auch in den meisten Herbes-de-Provence-Mischungen enthalten. Zu großzügig sollte Lavendel aber in der Küche nicht verwendet werden, da er sehr intensiv und leicht bitter schmeckt.

Verwendung des Lavendel als Heilpflanze

Als Heilkraut hat der Lavendel eine beeindruckend lange Geschichte. Im mediterranen Raum wurde die Pflanze schon in der Antike als Zusatz für pflegende Bäder und auch als Wundheilungsmittel verwendet. Benediktinermönche sollen die Duftpflanze in den Alpenraum mitgebracht haben. Hildegard von Bingen und Paracelsus war die beruhigende Wirkung der Pflanze bereits bekannt. Sie setzten Lavendel bei nervösen Beschwerden ein, jedoch auch bei Lungen- und Lebererkrankungen, Herz- und Verdauungsbeschwerden, und betonten die reinigende Wirkung auf Körper und Geist. Der Name „Lavendel“ ist übrigens von lat. lavare abgeleitet, was so viel wie „waschen“, „reinwaschen“ bedeutet. In den Kräuterbüchern des Mittelalters und der Frühen Neuzeit findet sich eine Vielzahl an Anwendungen bei Zahn- bis Gliederschmerzen, zur Linderung starker Wehen, bei Lähmungen und bei Krämpfen. Pure Lavendelzweige wurden auf schmerzende Körperteile aufgelegt, in Wasser oder Wein gekocht und als Arznei eingenommen, und Lavendelschnaps wurde auf Pulsadern gestrichen, um den Herzschlag zu regulieren.

In der Volksmedizin wird Lavendel traditionell als beruhigendes Mittel verwendet. Das Lavendelbad der alten Römer leistet bei Stress und Erschöpfung immer noch gute Dienste, Lavendelkissen sollen beim Einschlafen helfen. Weiters werden mit Lavendel Motten sowie anderes Ungeziefer von der Wäsche ferngehalten. Lavendelöl dient auch als Repellent gegen lästige Insekten.

Lavendel wirkt nachweislich gegen Unruhezustände und ängstliche Verstimmungen, bei Einschlafstörungen sowie bei nervösen Magen-Darm- und Gallenbeschwerden. In der Veterinärmedizin hat sich Lavendel bewährt, um Stressreaktionen und Verdauungsbeschwerden bei nervösen und stressanfälligen Pferden und Hunden zu mildern. Äußerlich angewendet, kann Lavendel Juckreiz stillen und beruhigend auf die Haut wirken.

In der Phytotherapie werden die kurz vor dem Aufblühen gesammelten und getrockneten Lavendelblüten (Lavandulae flos) und das aus frischen Blüten und Stängeln gewonnene ätherische Öl (Lavandulae aetheroleum) verwendet.

Welche Inhaltsstoffe sind für die Wirksamkeit von Lavendel verantwortlich?

Die in den Blüten und Blättern enthaltenen ätherischen Öle, die sich vor allem aus Linalylacetat und Linalool zusammensetzen, wirken sich positiv auf die Psyche aus. Die beiden farblosen, wohlriechenden Stoffe wirken direkt auf das zentrale Nervensystem und haben zudem auch krampflösende, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften.

Weiters enthält Lavendel Gerbstoffe, welche die Produktion von Verdauungssäften, im Speziellen von Gallensaft fördern.

Der im Lavendel enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Cumarin kommt vor allem bei der äußerlichen Anwendung zum Tragen. Cumarin ist ein sehr aromatischer Stoff, der über die Haut schnell und gut aufgenommen wird und beruhigend wirkt. Die Substanz wehrt Insekten ab, weshalb Lavendel häufig Bestandteil von natürlichen Repellents für Pferde ist.

Bei welchen Beschwerden von Pferden und Hunden kann Lavendel hilfreich sein?

Lavendelzubereitungen zeigen bei aufgeregten, angespannten Tieren gute Wirkung und können in Stresssituationen wie Transport, Stallwechsel, Wettkampf etc. gezielt eingesetzt werden. Lavendel wirkt angstlösend und beruhigend auf Pferde und Hunde. Auch nervöse Verdauungsbeschwerden werden durch die muskelentspannende Wirkung der Inhaltsstoffe gelindert.  

Wie neuere Studien gezeigt haben, können Lavendelextrakte die Konzentrationsfähigkeit im Alter steigern und altersbedingte kognitive Einschränkungen reduzieren. Ältere Hunde, die aufgrund ihrer nachlassenden Sinnesleistungen oder körperlichen Beschwerden unruhig, ängstlich oder unsicher sind, können mit Lavendel sehr gut unterstützt werden.

Äußerlich angewendet, wirkt Lavendel hautberuhigend, entzündungshemmend und antibakteriell. Juckreiz, beispielsweise nach Insektenstichen, wird rasch gemildert. Zugleich werden Mücken und andere stechende Insekten abgewehrt.

Unerwünschte Wirkungen:

Achtung: Unverdünnt angewendete ätherische Öle reizen Haut und Schleimhaut! Bei der äußerlichen Anwendung von Lavendelextrakten sollte das Tier am Belecken der behandelten Körperstellen gehindert werden.

Bei längerer Gabe von Lavendelzubereitungen kann es aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe zu Magenbeschwerden kommen ­– bitte die Fütterungsempfehlung des Herstellers beachten!

Quellen und weiterführende Literatur

  • endieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
  • DAZ - Deusche Apotheker Zeitung. (21. 03. 2021). Von Lavendel: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2019/daz-46-2019/arzneipflanze-des-jahres-2020 abgerufen
  • Länger, R., & Kubelka, W. (21. 03 2021). Phytokodex. Von Lavendel: https://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Lavendelbluete.html abgerufen