Gewöhnlicher Löwenzahn

Löwenzahn

Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist ein Universalreiniger für den Organismus: Er bringt den Stoffwechsel in Schwung, fördert die Verdauung, ist harntreibend und transportiert Schadstoffe aus dem Körper.

Wo kommt der Löwenzahn vor und wie sieht er aus?

Der Löwenzahn stammt ursprünglich aus Eurasien, ist inzwischen aber weltweit verbreitet. Botanisch wird eine Vielzahl von Arten der Gattung Taraxacum gelistet, die schwer voneinander zu unterscheiden sind. Der Gewöhnliche Löwenzahn wächst auf Wiesen, an Wegrändern und als völlig anspruchslose Pflanze häufig auch an unfruchtbaren Standorten wie Schutthalden, Straßenrändern oder Bahndämmen. Im Garten ist er weniger gern gesehen, da er sich stark ausbreitet und seine tiefe, kräftige Wurzel schwer zu entfernen ist.

Die von April bis Juni leuchtend gelb blühende Pflanze gehört zur Gattung der Korbblütler. Ihren Namen verdankt sie den scharf gezackten Blättern, die mit etwas Fantasie den Zähnen von Löwen ähneln. Die Blüten stehen auf einzelnen hohlen Blütenstängeln. Wenn die Blüte zur „Pusteblume“ verblüht ist, bildet sie kleine Früchte, die mit ihren „Fallschirmen“ im Wind weite Strecken segeln können, um die Pflanze weiterzuverbreiten.

Die lange Pfahlwurzel des Löwenzahns ist außen dunkel- bis schwarzbraun gefärbt, innen aber weiß.  Aus der getrockneten Wurzel wurde in Notzeiten eine Art Kaffeeersatz für Zichorienkaffee hergestellt.

In der Wachstumsphase enthält der Löwenzahn in allen Teilen einen weißen, bitteren Milchsaft, der bei Verletzung der Pflanze austritt. Die Menge des Safts nimmt mit dem Alter der Pflanze zu. Anders als manchmal behauptet wird, sind weder der Löwenzahn noch sein Milchsaft giftig. Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können z. B. gut zu Frühlingssalaten verarbeitet werden. Bei Hautkontakt hinterlässt der Saft aus größeren Blättern und dem Stängel jedoch braune Verfärbungen und kann allergische Reaktionen auslösen.

Welche Teile vom Löwenzahn werden als Heilpflanze verwendet?

Verwendet wird die ganze Pflanze, d. h. Kraut und Wurzel (Taraxaci herba cum radice), die im Frühjahr vor der Blüte geerntet, zerkleinert und getrocknet wird.

Sowohl die Löwenzahnwurzel (Taraxaci radix) als auch die Blätter (Taraxaci folium) kommen auch allein zur Anwendung.

Die Pflanze wird zu Presssaft, Pulver oder Extrakten verarbeitet.

Wie wirkt der Löwenzahn?

Löwenzahn enthält in allen Teilen Bitterstoffe, die den Appetit und den Stoffwechsel anregen. Sie stimulieren die Geschmacksrezeptoren und fördern die Sekretion von Speichel, Magen-,. Bauchspeicheldrüsen- und Gallensaft.

Die enthaltenen Flavonoide wirken harnvermehrend und beschleunigen die Salzausscheidung. Die durch Studien bestätigte wassertreibende Wirkung hat dem Löwenzahn übrigens auch den Namen „Bettseicherwurzel“ eingebracht.

Die Kieselsäure in den Blättern wirkt sich positiv auf Binde- und Knorpelgewebe aus.

Die Löwenzahnwurzel enthält neben Schleimstoffen und Bitterstoffen auch Inulin, dessen Gehalt zum Frühjahr (18 %) bis zum Herbst auf 40 % ansteigt. Inulin ist ein aus Fructoseketten gebildetes Präbiotikum, das die Vermehrung nützlicher Darmbakterien fördert und zur Regeneration der Darmschleimhaut beiträgt. Es stärkt das Immunsystem und kann den Lipidstoffwechsel regulieren. Einer Studie zufolge kann Inulin auch zur Knochengesundheit beitragen, da es die Absorption von Mineralstoffen aus dem Darm fördert.

Bei welchen Beschwerden kann Löwenzahn bei Pferden und Haustieren angewendet werden?

  • zur Entschlackung und Entgiftung, z. B. nach Gabe von Medikamenten, um die Harnbildung bzw. die Durchspülung des Organismus zu fördern
  • zur Entlastung der Leber und zur Anregung der Produktion von Gallenflüssigkeit
  • bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden

Besonders in Kombination mit Brennnessel fördert Löwenzahn den Abtransport von Schadstoffen und unterstützt damit die Rekonvaleszenz.

Wann soll Löwenzahn nicht verwendet werden?

Achtung: Bei Tieren mit Magen-Darmgeschwüren und bei nachgewiesenen Allergien gegen Korbblütler sollte man auf die Gabe von Löwenzahn besser verzichten!


Quellen und weiterführende Literatur

  • Arzneipflanzenlexikon. (Dezember 2020). Von Löwenzahn: https://www.arzneipflanzenlexikon.info/index.php?de_pflanzen=122 abgerufen
  • Brendieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
  • Legette, L. L., Lee, W., Martin, B. R., & Weaver, C. M. (April 2012). Prebiotics enhance magnesium absorption and inulin-based fibers exert chronic effects on calcium utilization in a postmenopausal rodent model . J Food Sci. , S. 88-94.
  • Prentner, A. (2017). Heilpflanzen der traditionellen europäischen Medizin. Wirkung und Anwendung nach häufigen Indikationen. . Wien: Springer Verlag.
  • Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Di Carlo, A., & Widmaier, W. (2008). Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Berlin-Heidelberg: Springer Medizin Verlag.

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