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Meerrettich

Der Meerrettich ist in Österreich besser als „Kren“ bekannt. Speziell der „steirische Kren“ ist sogar ein eingetragenes Markenprodukt nach VO (EG) 510/2006 und soll von besonders guter Qualität sein. Als Heil- und Gewürzpflanze hat der Meerrettich eine lange Tradition. Neben seiner Anwendung in der Küche wird die aromatische Pfahlwurzel volksmedizinisch sowohl beim Menschen wie auch beim Tier verwendet. Die positive Wirkung der scharfen Meerrettichwurzel auf das Wohlbefinden des Pferdes erlebt in den letzten Jahren ein wahres Revival. Vom NHV Theophrastus wurde der Meerrettich sogar zur Heilpflanze des Jahres 2021 gekürt.

Wie sieht Meerrettich aus, und wo kommt er vor?

Der Meerrettich (Armoracia rusticana) ist mittlerweile in ganz Europa und Westasien zu finden. Auch in den USA und in Südafrika wird die Pflanze kommerziell angebaut. Ursprünglich stammt der aromatische Kreuzblütler aus dem osteuropäischen Raum. Als Herkunftsgebiet wird die Region zwischen Wolga und Don, einem der größten Zuflüsse des Asowschen Meeres vermutet. Die 50 bis 120 Zentimeter hohe, krautige Pflanze zählt zu den Starkzehrern und bevorzugt daher fette, reichhaltige Böden. Verwildert findet man sie auf feuchten Wiesen, an landwirtschaftlichen Feldrändern und auf Böschungen. Die großen, gewellten, lanzettförmigen Blätter sind vollständig behaart und stehen aufrecht. Sie werden bis zu einem Meter lang und bilden wuchernde Schöpfe. Um die Pflanze von ähnlich aussehenden Ampfer-Arten zu unterscheiden, hilft es die Blätter zu zerreiben. Dabei verströmen sie einen unverwechselbaren scharfen Geruch. Von Mai bis Juli trägt der Meerrettich weiße, duftende, in Trauben angeordnete Blüten, die aus den Blattachseln austreiben und zu kleinen runden Schoten heranreifen. Der starke Wurzelstock besteht aus senkrecht nach unten wachsenden, dicken, fleischigen Pfahlwurzeln, die bis zu 60 cm in den Erdboden reichen. Damit kann der Meerrettich Temperaturen bis zu minus 50 Grad überdauern.

Trotz der deutschen Namensbezeichnung „Meerrettich“, ist die Pflanze nicht direkt mit anderen Rettich-Sorten (Raphanus) verwand, sondern bildet mit zwei weiteren Arten eine eigene Gattung (Armoracia). Die Bezeichnung „Rettich“ leitet sich vom lateinischen „Radix“ (= Wurzel) ab und wird auch für andere rübenförmige Wurzeln verwendet. Nach Heinrich Marzell bezieht sich die Vorsilbe „Meer“ auf die ursprüngliche Herkunft der Pflanze, nahe dem Asowschen Meer. Auch die botanische Bezeichnung „Armoracia“ ist ein ursprünglich keltisches Lehnwort, welches latinisiert wurde. Es bedeutet soviel wie „am Meer wachsend“. Nach einer weiteren Theorie wird der Name vom Wort „Mähre“, eine Bezeichnung für ein ausgezehrtes Pferd, hergeleitet. Die englische Bezeichnung „horseradish“, was übersetzt „Pferderettich“ bedeutet, könnte dazu ein weiterer Hinweis sein. Die österreichische Bezeichnung „Kren“ ist ein Lehnwort aus dem slawischen Sprachraum und wird seit dem 13. Jahrhundert verwendet. Die russische Bezeichnung „Chren“ zeigt von der engen Verwandtschaft dieser Namensherkunft und ist ein weiterer Hinweis auf das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Pflanze.   

Wie wird Meerrettich verwendet?

Die Verwendung von Meerrettich als Gemüse sowie als Gewürz- und Heilpflanze ist bereits seit der Antike bekannt. So ziert die Pflanze unter anderem ein antikes Wandgemälde in Pompei oder wird vom Orakel von Delphi im Wert sogar mit Gold verglichen. In Mitteleuropa wird der Meerrettich seit dem Mittelalter verwendet. Ursprünglich als Heilpflanze eingesetzt, findet er später auch in der Küche seine Anwendung. Verwendet wird die aromatische Wurzel in frischer oder getrockneter Form. Doch auch die großen Laubblätter sind essbar und können in der Küche als Gemüse verwendet werden. Die medizinische Anwendung bezieht sich jedoch hauptsächlich auf die reichhaltige Pfahlwurzel. Diese wird nicht nur volksmedizinisch eingesetzt, sondern wurde in ihrer Wirksamkeit auch von der Kommission E (Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel) medizinisch anerkannt. Diese empfiehlt eine innere wie auch äußere Anwendung der Krenwurzel zur Behandlung von Katarrhen der Luftwege, sowie bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Bronchien und Nebenhöhlen. Des Weiteren wird eine innere Anwendung zur Behandlung von Infektionen der ableitenden Harnwege empfohlen. Äußerlich werden die durchblutungsfördernden Eigenschaften der scharfen Krenwurzel bei leichten Muskelschmerzen genutzt. In der Volksmedizin findet auch ein Breiumschlag der geriebenen Wurzel bei Rheuma, Gicht, Nervenschmerzen und Muskelschmerzen seine Anwendung. Empfindliche Personen sollten hierbei allerdings beachten, dass der scharfe Wurzelsaft möglicherweise Hautreizungen verursachen kann. Auch als Hustenmittel vermischt mit Honig findet der Meerrettich seine Anwendung.

Seine entzündungshemmende, antioxidative, antivirale und antibakterielle Wirksamkeit hat auch die Aufmerksamkeit der medizinischen Forschung auf sich gezogen. So wird eine Anwendung der Meerettichwurzel in verschiedenen Bereichen als Alternative zu herkömmlichen Antibiotika erforscht. Mögliche Anwendungsgebiete dafür sind Erkrankungen der Atemwege, Harnwegsinfekte sowie Pilzerkrankungen und virale Infekte. Die Wirksamkeit gegen Bakterien wie E. Coli ist seit den 1950er-Jahren bestätigt und hat dem Meerrettich sogar die Bezeichnung „pflanzliches Penicillin“ eingebracht. Der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V. (NHV Theophrastus) hat den Meerrettich zur Heilpflanze des Jahres 2021 gekürt. Besonders hervorgehoben wurde bei der Präsentation die starke antibakterielle Wirksamkeit, welche in Zeiten der zunehmenden Antibiotikaresistenzen vermehrt an Bedeutung gewinnt.       

Welche Wirkstoffe sind im Meerrettich enthalten?

Die im Herbst geernteten Wurzeln weisen die höchste Menge an Inhaltsstoffen und somit die intensivste Schärfe auf. Verantwortlich für das scharfe Aroma sind in erster Linie die enthaltenen Senfölglycoside Sinigrin und Gluconasturtiin. Diese kommen erst beim Zerkleinern der frischen Wurzel so richtig zur Geltung. Wer kennt das nicht? Beim Krenreiben beginnen die Augen zu tränen und die Nase läuft. Erwischt man ein bisschen zu viel vom frisch geriebenen Kren zum Würstel, brennt der ganze Rachen. Dies kommt daher, dass die enthaltenen Senfölglycoside beim Zerschneiden der Wurzel mit dem Enzym Myrosinase in Kontakt kommen, was eine Umwandlungsreaktion, eine sogenannte Hydrolyse hervorruft. Dabei werden die Senfölglycoside in Senföle umgewandelt. Daher reizen diese leicht flüchtigen Wirkstoffe in frischer Form die Schleimhäute und weisen auch eine besonders starke Wirksamkeit auf. Bei längerer Lagerung oder beim Kochen geht allerdings die Schärfe und somit auch viel von der antibakteriellen Wirksamkeit verloren. Weitere wichtige Inhaltsstoffe der Meerrettichwurzel sind Vitamine wie Vitamin C, Vitamin B1, B2 und B6 sowie Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium und Phosphor. Außerdem ist die Wurzel reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Cumarine, Flavone Phenolkarbonsäuren und ätherische Öle. Diese wirken ebenso antioxidativ und stärken das Immunsystem.

Der Meerrettich in der Tiergesundheit

Meerrettich wird auch bei Pferden traditionell bei Bronchitis, Infekten der oberen Atemwege und bei Blasenentzündung eingesetzt. Die Scharfstoffe sorgen für eine gute Durchblutung der Schleimhäute und regen die Drüsentätigkeit an. Mit der positiven Wirkung des Meerrettichs auf Stoffwechsel und Immunsystem und der Wirksamkeit gegen Keime aus der Umgebung kann das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes beispielsweise in Stresssituationen und bei Entwurmungen optimal unterstützt werden. In der Regel nehmen Pferde Meerrettichzubereitungen problemlos mit dem Futter auf. Doch ist bei der Gabe von reinem Meerrettich Vorsicht geboten. Es ist besser, die Tagesdosis auf mehrere Portionen aufzuteilen, um den Magen nicht zu reizen. Fertigprodukte sollten nur nach Empfehlung des Herstellers verfüttern werden. Meerrettich kann auch beim Pferd äußerlich in Form von Auflagen angewendet werden, um die Hautdurchblutung und Wärmeentwicklung zu steigern und Heilungsprozesse bei Arthrose, Gallen und angelaufenen Beinen in Gang zu bringen. Doch auch hier ist zu beachten, dass Meerrettich intensive Hautreizungen bewirken kann und von manchen Pferden nicht vertragen wird. Bei Auftreten von Überempfindlichkeiten sollte Meerrettich nicht äußerlich angewendet werden.


Quellen und weiterführende Literatur

  • Brendieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
  • Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Di Carlo, A., & Widmaier, W. (2008). Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Berlin-Heidelberg: Springer Medizin Verlag.
  • Die Heilkraft der Wurzeln (ISBN: 978-3-200-06312-9)
  • https://www.koop-phyto.org/arzneipflanzen-lexikon/
  • https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Meerrettich
  • https://nhv-theophrastus.de/site/index.php?option=com_content&view=article&id=288:heilpflanze-des-jahres-2021&catid=36:pressetexte&Itemid=56
  • https://web.archive.org/web/20100616213040/http://www.lmsvg.net/filebase/noindex/GGA_Steirischer-Kren.pdf
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Meerrettich
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