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Pfefferminze

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) gehört zu den bekanntesten Heilkräutern. Die Wirkstoffe der Pflanze mit dem frischen, pfeffrigen Geschmack beruhigen Magen-Darm-Beschwerden, lösen Krämpfe und regen den Appetit an.

Wo kommt die Pfefferminze her, und wie sieht sie aus?

Bis heute ist nicht klar, ob die Pfefferminze gezielt gezüchtet wurde oder ob es sich bei der Pflanze um ein Zufallsprodukt von kreuzungsfreudigen Minzen der Gattung Mentha handelt, von denen es ca. 30 Arten gibt. Die Pfefferminze ist ein Hybrid aus Bachminze und Grüner Minze. Vermutlich stammt sie aus Ostasien. In Mitteleuropa ist sie seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Erstmals wurde die Pflanze 1696 von dem englischen Biologen John Ray beschrieben, der sie wegen ihres scharfen Geschmacks Peppermint nannte.

Die Geschichte der Gattung Minzen dürfte allerdings viel weiter zurückreichen. So wurden bei Ausgrabungen Minzen-Reste in altägyptischen Gräbern gefunden. Der botanische Name Mentha stammt aus der griechischen Mythologie: Eine eifersüchtige Göttin soll ihre Nebenbuhlerin, die Nymphe Minthe, in eine Pflanze verwandelt haben.

Die Pfefferminze gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist mit Rosmarin, Salbei Basilikum und Bohnenkraut verwandt. Pfefferminze ist nicht winterhart. Die eiförmigen, leicht gesägten Blätter können je nach Sorte hell- bis dunkelgrün sein. Die Blattnerven sind meist violett. Auf der Unterseite der Blätter befinden sich Öldrüsen, die ätherische Öle enthalten. Wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, verbreiten sie einen starken Menthol-Geruch. Die behaarten bräunlichen oder rötlichen Stängel sind vierkantig und nur wenig verzweigt. Sie tragen von Juli bis Anfang September blasslila oder rosa, manchmal auch weiße Blüten in Form sogenannter Scheinähren, aus denen sich eiförmige Klausenfrüchte entwickeln. In diesen Früchten reifen die bräunlichen Samen, die kleinen Reiskörnern ähneln.

Pfefferminze ist leicht zu ziehen und kann auch über ihre flachen Wurzelausläufer vermehrt werden. In vielen Ländern kommt sie heute auch wild vor. Bedeutende Anbaugebiete sind Griechenland, England und Spanien, und auch in Deutschland wird Pfefferminze kultiviert. Bis in die 1950er-Jahre lag das bedeutendste deutsche Anbaugebiet in der Nähe von München in der Gemeinde Eichenau, wo sich heute das einzige Pfefferminzmuseum Deutschlands befindet.

Wie wird die Pfefferminze verwendet?

Mit ihrem starken Aroma ist die Pfefferminze ein herrliches Gewürzkraut. Sie sollte aber nur sparsam verwendet werden, da sie sehr intensiv schmeckt. In unseren Breiten kommt sie als Küchengewürz wenig zum Einsatz, in der britischen Küche dagegen ist die Pfefferminzsauce zu Fleischgerichten ein Klassiker. Auch in arabischen und indischen Rezepten spielt die Pfefferminze eine große Rolle.

Als Zutat von Süßigkeiten ist die Pfefferminze weit besser bekannt: Vom Pfefferminzbonbon bis zum Kaugummi steht ihr Geschmack für natürliche Frische. Pfefferminzaroma begleitet uns im Alltag in Zahnpasten, Mundwasser und vielen Kosmetikartikeln.

Pfefferminztee ist einerseits ein beliebtes, wohlschmeckendes Getränk. In arabischen und nordafrikanischen Ländern ist der stark gezuckerte Tee sogar ein Nationalgetränk. Andererseits ist Pfefferminztee auch ein wirksames Heilmittel. 

Als Heilkraut wurde die Pfefferminze erst relativ spät bekannt. Andere, wild wachsende Minzearten wurden bereits viel früher verwendet. Als Aufguss, als Minzen-Essig oder als Breiumschlag sollten sie Verdauungsprobleme, Geschlechtskrankheiten, Geschwüre und Cholera heilen.
In der traditionellen chinesischen Medizin gilt die Pfefferminze als kühlendes Mittel und wird bei Gallenwegserkrankungen und nervöser Unruhe eingesetzt. Auch die europäische Volksmedizin hob die kühlenden Eigenschaften hervor. Das Kraut sollte bei Hitze im Körper, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden hilfreich sein. Zu den medizinisch anerkannten Heilindikationen zählen die innerliche Anwendung bei Meteorismus, bei funktionellen Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden, bei Katarrhen der oberen Luftwege sowie äußerlich als Öl oder Salbe bei Muskelschmerzen, Nervenschmerzen oder als Nasensalbe. 

In der Veterinärmedizin kommt Pfefferminze vor allem bei krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und als appetitanregendes Mittel zur Anwendung. Die choleretische Wirkung der Pflanze, d. h. die Förderung der Gallensekretion, wurde in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Weiters mildert Pfefferminze Unruhe und Schlaflosigkeit bei Tieren. Die entspannende Wirkung kann durch die Kombination mit anderen Arzneipflanzen wie Baldrian oder Hopfen verstärkt werden.

Für phytotherapeutische Anwendungen werden zerkleinerte Pfefferminzblätter für Pulver und Tee sowie wässrige und ölige Extrakte aus den Blättern verwendet. Die Blätter werden vor der ersten Blüte und ein zweites Mal im Herbst geerntet und zügig getrocknet.

Pfefferminzöl wird aus großen Mengen von Blättern durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Zubereitungen, die Pfefferminzöl enthalten, werden äußerlich für Einreibungen und für Inhalationen angewendet.

Welche Wirkstoffe enthält die Pfefferminze?

Die Blätter der Pfefferminze enthalten 0,5 – 4 % ätherische Öle, vor allem Menthol. Menthol kommt in zahlreichen Minzen vor. Menthol wirkt kühlend, schmerzstillend und krampflösend. Weiters fördert es die Verdauung, indem es die Produktion von Gallensaft steigert.

Linalool, ein einwertiger Alkohol, ist ein häufiger Bestandteil von ätherischen Kräuterölen. Der angenehm riechende Stoff findet sich beispielsweise auch im Lavendelöl und im Thymian. Die Substanz hat beruhigende Effekte bei nervöser Unruhe und Schlafbeschwerden.

Das ätherische Öl der Pfefferminze hat auch antibakterielle Wirkung, u. a. gegen Escherichia Coli, und kann das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen deutlich hemmen. Weiters soll es Herpes- und Influenzaviren bekämpfen können. 

Gerbstoffe kommen in der Pfefferminze reichlich vor. Sie haben zusammenziehende, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung.

In ihrer Gesamtheit wirken die Inhaltsstoffe der Pfefferminze krampflösend, antibakteriell, pilzhemmend, gallentreibend und beruhigend. 

Bei welchen Beschwerden von Pferden und Hunden kann Pfefferminze hilfreich sein?

  • Pfefferminze lindert Magen- und Darmkrämpfe und wirkt beruhigend bei Magenschleimhautentzündungen, Übelkeit und Erbechen.

 Tipp: Als Erste Hilfe bei Koliken kann man ein paar Tropfen Pfefferminzöl mit Olivenöl vermischen und dem Pferd eingeben. Aber Achtung: Bei jeder Kolik muss der Tierarzt verständigt werden!

  • Die Gerbstoffe der Pflanze sind bei Durchfallerkrankungen wirksam.
  • Pfefferminze bringt die Verdauung auf Trab. Schlecht fressenden Pferden kann Pfefferminze unter das Futter gemischt werden, um den Appetit anzuregen.
  • Bei Futterumstellungen ist Pfefferminze ein wertvoller Futterzusatz, um Verdauungsstörungen vorzubeugen.
  • Bei gestressten und verspannten Tieren wirkt Pfefferminze sanft entspannend und beruhigend.
  • Unruhigen älteren Hunden verhilft Pfefferminze zu einem erholsamen Schlaf.  


Äußerliche Anwendung
: Äußerlich kann die schmerzstillend, entzündungshemmend und kühlend wirkende Pfefferminze bei Muskel- und Nervenschmerzen, Juckreiz sowie stumpfen Traumen angewendet werden.

Achtung: Pfefferminz-Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung dürfen nicht mehr als 10 % Menthol enthalten, da es sonst zur Schmerzverstärkung kommen kann! Nicht auf geschädigter Haut anwenden!

Bei Atemwegserkrankungen können Inhalationslösungen mit Pfefferminze Linderung bringen. Allerdings hat die Pflanze keine abschwellende Wirkung.

Achtung: Pfefferminzöl darf bei sehr jungen Tieren nicht im Gesichtsbereich bzw. zur Inhalation verwendet werden, da es bei Neugeborenen und Jungtieren Krämpfe auslösen kann!

Gegenanzeigen und unerwünschte Wirkungen:

  • Bei Tieren mit Leberschäden und bei Verschluss der Gallengänge darf Pfefferminze nicht angewendet werden!
  • Pfefferminzöl wirkt stark haut- und schleimhautreizend und kann Entzündungen auslösen. Nicht in die Augen bringen! Bei Tieren darf Pfefferminzöl ausschließlich verdünnt angewendet werden!
  • Die in der Pfefferminze enthaltenen Gerbstoffe können bei Langzeitanwendung zu Verdauungsbeschwerden führen. Bei Fütterung von Pfefferminz-Zubereitungen die Angaben des Herstellers beachten!
  • Im Bereich der Atemwege kann Pfefferminzöl einen sogenannten Stimmritzenkrampf auslösen der sogar zu Atemstillstand führen kann! Daher sollte es nicht im Bereich der Atemwege oder bei Kleinkindern und Asthmatikern angewendet werden.


Quellen

  • Cäcilia Brendieck-Worm, Matthias F. Melzig: Phytotherapie in der Tiermedizin, Thieme 2018
  • Cäcilia Brendieck-Worm, Franziska Klarer, Elisabeth Stöger: Heilende Kräuter für Tiere, Haupt 2015
  • J. Reichling, R. Gachnian-Mirtscheva, M. Frater-Schröder, R. Saller, M. I. Rabinovich, W. Widmaier: Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis, Springer 2008
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/11/21/pfefferminze
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/1998/daz-4-1998/uid-4062
  • https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Pfefferminze.html
  • http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/arzneipflanzen/106-pfefferminze-mentha-x-piperita