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Kissing Spines

Kissing Spines, „sich küssende Dornfortsätze“, beschreibt ein Krankheitsbild des Pferdes, bei dem sich die nach oben ragenden Dornfortsätze der Wirbelsäule berühren. Das muss aber nicht unbedingt das „Aus“ der Pferdekarriere bedeuten. Wir erklären hier, wie Rückenprobleme zustande kommen und wie man sie behandeln kann. Dabei spielen Training und unterstützende Maßnahmen für dein Pferd eine große Rolle.

» Was sind Kissing Spines? 
» Was sind typische Symptome? 
» Welche Ursachen gibt es für Kissing Spines? 
» Wie werden Kissing Spines diagnostiziert? 
» Was sind mögliche Behandlungen?

» Welche Kräuter und Kräutermischungen können helfen?

Vorab werfen wir einen Blick auf den Pferderücken. Der Rücken des Pferdes lässt sich mit einer Brückenkonstruktion vergleichen. Vor- und Hinterhand sind die Brückenpfeiler, die Wirbelsäule bildet mit 18 Brust- 7 Hals- und sechs Lendenwirbeln eine elastische Brücke. Die einzelnen Wirbel sind durch Bänder verbunden und von Muskeln umgeben. Jeder der Wirbel hat einen knöchernen Vorsprung, der nach oben ragt, den Dornfortsatz. Bei einem gesunden Pferd sind die Abstände zwischen den Dornfortsätzen gleichmäßig angeordnet. Dazwischen bleibt so viel Platz, dass das Pferd seinen Rücken mithilfe der Rückenmuskulatur problemlos durchbiegen und aufwölben kann.  

Was sind Kissing Spines?

Bei Kissing Spines liegen die Dornfortsätze der Rückenwirbelsäule so nahe beieinander, dass sie sich berühren und sogar aneinander scheuern können. Der Platzmangel verringert die Beweglichkeit des Rückens und verursacht Schmerzen in der Bewegung. Die Reibung der Wirbelfortsätze führt zu Entzündungen und in der Folge zu Knochenauftreibungen sowie Verwachsungen, die für das Pferd sehr schmerzhaft sein können. Die Erkrankung kann bei jedem Pferd auftreten, aber Vollblüter und Warmblüter scheinen öfter betroffen zu sein als Pferde anderer Rassen. Die Diagnose wird am häufigsten bei Pferden im Alter von 5 bis 10 Jahren gestellt. Kissing Spines treten typischerweise meistens auf Höhe der letzten Brustwirbel auf, genau dort, wo ein Sattel liegen und ein Reiter sitzen würden.

Welche Symptome zeigt ein Pferd mit Kissing Spines?

Die Rückenschmerzen können sich in verschiedensten Symptomen äußern, wie unter anderem

  • Schmerzempfindlichkeit beim Putzen oder Abtasten des Rückens
  • Unmut beim Satteln und/oder Aufsteigen
  • Sattel- und/oder Gurtzwang
  • Unwilligkeit und mangelnder vorwärtsdrang beim Reiten
  • Nervosität bis hin zu hysterischem Verhalten unterm Sattel
  • Leistungsabfall, lange Aufwärmphasen
  • steifer Rücken
  • schief gehaltener oder eingeklemmter Schweif, Schweifschlagen
  • Stresskauen beim Reiten
  • schwunglose, kurze Tritte, Taktfehler wie Passverschiebung im Schritt
  • Widersetzlichkeit beim Rückwärtsrichten, bei Tempowechseln oder Seitengängen
  • Anspringen im falschen Galopp, Kreuzgalopp, „Hasengalopp“
  • verminderte Tragkraft der Hinterhand, „Zügel-aus-der-Hand-reißen“, Widerstand gegen Versammlung
  • Steigen, Buckeln, Ausschlagen oder Durchgehen bei bestimmten Lektionen, Grunzen oder Stöhnen unterm Sattel
  • Springen „ohne Rücken“, Verweigern am Sprung
  • Verschlechterung nach Boxenruhe.

Eine steife, schmerzhafte Rückenmuskulatur gilt im Allgemeinen als deutlicher Hinweis auf Kissing Spines. Aber Achtung: Wenn die Krankheit schon länger besteht, kann es auch zu einem „Abschalten“ der Sensorik der Rückenmuskeln kommen, d. h. das Pferd empfindet bei Druck auf den Rücken keinen Schmerz mehr, während andere Symptome bestehen bleiben. Einige der hier aufgelisteten Anzeichen für ein schwerwiegendes Rückenproblem könnten zu dem Schluss verleiten, das Pferd sei einfach ungezogen oder widersetzlich, was zweifellos vorkommen kann. Doch, bevor man sich an die „Korrektur“ eines zuvor kooperativen Pferdes macht, sollte die Ursache für die Verhaltensänderung herausgefunden werden. Pferde können Schmerzen nur durch ihr Verhalten äußern, eine andere Sprache haben sie dafür nicht.

Welche Ursachen gibt es für Kissing Spines?

Bei einem akuten Auftreten der Symptome ist der Auslöser für die Schmerzen meistens schnell gefunden. Nach einem Unfall wie Sturz, Hängenbleiben oder bei Verdrehungen der Wirbelsäule zeigen sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden. Meistens aber entwickeln sich Kissing Spines schleichend über Monate oder sogar Jahre. Mögliche Ursachen dafür sind länger andauernde Schonhaltung durch Lahmheiten oder Verletzung, speziell wenn das Pferd zu früh wieder geritten wird. Weitere Ursachen können sein:

  • Ausbildungs- und Trainingsfehler
  • Überlastung („Muskelkater“)
  • schlecht passender Sattel
  • falscher Beschlag bzw. Hufbearbeitung
  • Zahn- oder Kiefergelenksprobleme
  • bewegungsarme Haltung auf zu engem Raum
  • Krankheiten des Muskelstoffwechsels wie PSSM, EMS und KPU
  • Verdauungsprobleme, Bauchschmerzen.

Jeder dieser Faktoren kann dazu führen, dass die Rückenmuskulatur nicht mehr richtig arbeiten kann und sich in der Folge mehr und mehr verspannt.

Kann „falsches“ Reiten die Ursache für Kissing Spines sein?

Von Natur aus ist der Rücken eines Pferdes nicht dazu angelegt, einen Reiter zu tragen. Auf der langen, schwebenden Brücke zwischen Vor- und Hinterhand sitzt der Reiter ganz knapp über der Wirbelsäule. Kissing Spines als Berufskrankheit von Reitpferden zu bezeichnen, wäre aber trotzdem nicht ganz richtig. Der älteste „Befund“ von veränderten Dornfortsätzen eines Pferdes ist 40.000 Jahre alt und stammt demnach aus einer Zeit, in der noch niemand auf die Idee kam, sich auf einen Pferderücken zu schwingen. Engstände der Dornfortsätze sind in der Regel angeboren. Sie können jedoch zum Problem werden, wenn im Training der Muskelaufbau vernachlässigt und das junge Pferd schon beim Anreiten in die gewünschte Form gepresst wird. Kommen dann noch ein zu schwerer Reiter, eine grobe Reitweise, schiefer Sitz, Sitzen hinter der Bewegung oder eine harte Hand dazu, sind Rückenprobleme vorprogrammiert. 

Ausbildungs- und Trainingsfehler

Laufen auf der Vorhand, weggedrückter Rücken, Hilfszügel, die den Kopf des Pferdes nach unten ziehen, Rollkuren und andere Methoden, mit denen die Ausbildung des Pferdes beschleunigt werden soll, legen den Grundstock für Rückenprobleme wie Kissing Spines. Ausbildung und Training sollten immer zum Ziel haben, dass das Pferd Muskeln aufbaut, die es ihm ermöglichen, die Hinterhand einzusetzen und den Rücken aufzuwölben, um das Reitergewicht zu tragen.

Wie entwickeln sich Kissing Spines?

Die Muskelverspannungen im Rücken blockieren die Beweglichkeit der Wirbelgelenke, und damit beginnt ein Teufelskreis: Durch die Blockade bildet sich die Rückenmuskulatur zurück, die Abstände zwischen den Wirbeln verringern sich, es kommt zu entzündlichen Prozessen. Als Reaktion auf die Entzündung entstehen Knochenauftreibungen an den Dornfortsätzen, bis sich im weiteren Verlauf die Dornfortsätze an ihren Spitzen, aber möglicherweise auch im mittleren oder unteren Bereich berühren und mit einem benachbarten Wirbelfortsatz zusammenwachsen.

Wie werden Kissing Spines diagnostiziert?

Die Diagnose von Kissing Spines ist schwierig und oft ungenau. Daher muss sich der Tierarzt in mehreren Untersuchungsschritten an den Befund herantasten. Der erste Untersuchungsschritt konzentriert sich auf die Beurteilung der Rückenmuskulatur beim stehenden Pferd. Die schmerzbedingt eingeschränkte Beweglichkeit bei Kissing Spines führt häufig zu

lokal begrenztem oder auch generellem Rückgang der Rückenmuskulatur, einseitiger Bemuskelung des Rückens, erhöhter Muskelspannung und Druckschmerz. Durch Aufwölben des Rückens durch Druck auf die Bauchnaht kann die Verspannung auf einen bestimmten Bereich eingegrenzt werden.

Beim Vorführen des Pferdes in der Bewegung zeigen sich die Schmerzsymptome meistens deutlicher. Beim Longieren ohne Gurt hat das Pferd oft Balanceschwierigkeiten und lehnt sich in die Kurve, anstatt sich zu biegen. Longieren mit Gurt führt oft zur Verschlechterung der Symptome. Wenn möglich, sollte das Pferd auch vorgeritten werden, um andere Ursachen für Rückenprobleme auszuschließen.

Eine Röntgenuntersuchung bringt genaueren Aufschluss über eventuelle Veränderungen der Rückenwirbel. Dabei werden nicht nur die Dornfortsätze, sondern auch die Wirbelkörper und die Gelenke dazwischen dargestellt, da die Ursache für Kissing Spines oft erst tiefer zu finden ist. Je nach Schwere der Veränderungen werden dabei drei Grade unterschieden, die mithilfe einer Röntgenuntersuchung festgestellt werden können.

  • Grad I: verkleinerte Zwischenräume zwischen zwei oder mehreren Dornfortsätzen mit geringgradiger Verhärtung (Sklerosierung) der aus Fasergewebe bestehenden Knochenwand (Corticalis)
  • Grad II: zwei oder mehr sich berührende Dornfortsätze mit mittelgradiger Sklerosierung der Corticalisränder
  • Grad III: zwei oder mehr sich berührende und überlappende Dornfortsätze mit Sklerosierung der Corticalisränder und/oder erste Anzeichen für einen Knochenabbau 

Trotz aller Sorgfalt bei den Röntgenaufnahmen kommen Fehldiagnosen vor. Der Winkel, aus dem das Röntgenbild aufgenommen wird, kann die Abstände zwischen den Knochen verfälschen. Bei jungen Pferden verändert sich die Position der Dornfortsätze bis zum Alter von 7 oder 8 Jahren, bei älteren Pferden können Umbauprozesse der Wirbelsäule alters- und abnutzungsbedingt vorkommen, ohne für das Pferd schmerzhaft zu sein. Der Verdacht auf Kissing Spines erhärtet sich erst, wenn am Röntgenbild nachweisbare Veränderungen mit fühl- oder sichtbaren Symptomen zusammenpassen.

Weitere diagnostische Möglichkeiten

Bei der diagnostischen Anästhesie wird der schmerzhafte Bereich am Rücken des Pferdes mit einem Lokalanästhetikum betäubt, um den Schmerz auszuschalten. Dann sollte das Pferd noch einmal vorgeritten werden. Eine Verbesserung ist zwar nicht immer sichtbar, aber für den Reiter spürbar.

Mit Ultraschall können krankhafte Veränderungen im Ansatzbereich von Bändern und Sehnen sowie die Knochenhaut der Dornfortsätze dargestellt werden. Mithilfe einer Szintigrafie können Entzündungen an den Wirbelkörpern festgestellt werden. Bei diesem recht aufwendigen Verfahren wird dem Pferd ein radioaktives Medikament in die Vene gespritzt, das sich in Kombination mit einem zweiten Medikament in entzündeten Knochenarealen anlagern kann. Die Strahlung wird mit einer speziellen Kamera gemessen. Die Untersuchung ist insofern sinnvoll, weil bei Pferden mit Rückenproblemen häufig eine größere Anzahl von Dornfortsätzen eng zusammenstehen und nicht alle davon Beschwerden verursachen müssen. Für eine szintigrafische Untersuchung muss das Pferd in eine Klinik gebracht werden. Nach zwei Tagen ist das Medikament so weit abgebaut, dass das Pferd nicht mehr radioaktiv belastet ist.

Kissing Spines: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Das Krankheitsbild Kissing Spines ist nicht wirklich behandelbar. Die Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, den Schmerz und die Entzündung zu bekämpfen. Dabei kommen entzündungshemmende Medikamente oder lokale Injektionen zum Einsatz. Mithilfe der Schmerztherapie soll das Pferd wieder so weit mobil werden, dass mit Rehabilitationsmaßnahmen begonnen werden kann.

Eine Operation, bei welcher entweder die Bänder zwischen den Dornfortsätzen durchtrennt werden oder der Dornfortsatz abgeschliffen oder herausgesägt wird, ist zwar möglich, wird aber nur sehr selten durchgeführt.

Gute Erfolge werden oft mit Manualtherapien, Chiropraktik oder Akkupunktur erzielt. Dabei steht die Auflösung von Blockaden und die Entspannung der Rückenmuskulatur im Zentrum der Behandlung.

Bewährt haben sich auch Wärmebehandlungen im Pferdesolarium oder das Eindecken mit Keramikfaserdecken, die für eine bessere Durchblutung der Muskulatur sorgen.

Wie kann ich mein Pferd unterstützen, wenn es an Kissing Spines leidet?

Bei Muskelverspannungen können entspannend wirkende Kräuter wie Lavendel und Gänsefingerkraut hilfreich sein. Auch Kräuter, die nachhaltig entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung haben, können dein Pferd wieder mobil machen.

Die Afrikanische Teufelskralle ist als natürlicher Entzündungshemmer und Schmerzstiller bekannt geworden. Sie kann auch längerfristig angewendet werden, da sie im Gegensatz zu chemischen Schmerzmitteln die Magenschleimhaut des Pferdes nicht schädigt. Hohlzahnkraut enthält Harpagosid, denselben Wirkstoff wie die Teufelskralle, und unterstützt deren Wirkung. Weidenrinde ist als natürliches Aspirin bekannt und lindert chronische Schmerzen des Bewegungsapparates.

Löwenzahn und Brennnessel bringen den Stoffwechsel in Schwung und sorgen bei entzündlichen Prozessen für den Abtransport von Schadstoffen.

Was ist bei der Haltung eines Pferdes mit Kissing Spines zu beachten?

Pferde mit Rückenproblemen sollten sich so viel wie möglich frei bewegen können. Ideal ist die Haltung in einer verträglichen Offenstallgruppe und/oder auf der Weide. Die langsame Vorwärtsbewegung in tiefer Kopfhaltung dehnt die Muskulatur, Wälzen und Ausbuckeln lockern Verspannungen. Heu sollte möglichst am Boden vorgelegt werden, da die Fütterung aus Heunetzen oder aus einer Raufe keine natürliche Fresshaltung erlaubt. Achtung bei gemischter Gruppenhaltung: Manche hengstigen Wallache besteigen rossige Stuten, was bei Rückenproblemen weitere Schäden verursachen kann!

Kann ein Pferd mit Kissing Spines wieder geritten werden?

Als Paradebeispiel dafür, dass es auch Pferde mit massiven Veränderungen an den Dornfortsätzen bis ganz nach oben schaffen können, gilt der Vollblüter Bantry Bay. Der Vielseitigkeitscrack wurde von seiner Reiterin mit viel Geduld und speziellem Training bis zur Olympia-Teilnahme aufgebaut. Auch wenn dein reiterlicher Ehrgeiz nicht ganz so groß ist, wenn das Pferd nach der Schmerzbehandlung wieder reitbar ist, kann es mit gezieltem Aufbautraining wieder voll einsatzfähig werden. Longieren solltest du am Anfang vermeiden und durch Gymnastik an der Hand ersetzen.  Ganz wichtig ist der Aufbau einer stabilen, tragfähigen Rückenmuskulatur. Vor allem beim Reiten in korrekter Dehnungshaltung bei aktiver Hinterhand kommt der Rücken ins Schwingen, die Bänder und Muskeln zwischen den Wirbelkörpern werden gedehnt und die Dornfortsätze auseinandergezogen.

Achtung: Das Vorwärts-abwärts-Reiten ist für Pferde sehr anstrengend, daher sollte man es nicht übertreiben!

Info: Bei Rückenproblemen unterm Reiter spannte man Pferde früher vor die Kutsche. Beim leichten Ziehen muss die Rückenmuskulatur arbeiten, während der Rücken frei bleibt. Dafür ist mit Sicherheit nicht jedes Pferd zu begeistern, aber einen Versuch ist es wert.

Perfekt für den Neustart: Mit natürlichen Wirkstoffen den Muskelaufbau fördern!

Den Aufbau einer stabilen Rückenmuskulatur deines Pferdes kannst du mit der Zufütterung von Kräutern sehr gut unterstützen. Dazu bieten sich Wirkstoffe aus der Natur an, die den Muskelstoffwechsel auf Trab halten und die Muskulatur mit Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien versorgen. Sanddorn und Hagebutte sind richtige Vitaminbomben. Vitamin C, Vitamin B3 sowie Provitamin A spielen eine wichtige Rolle für den Muskelaufbau. Traubenkerne gelten aufgrund des Wirkstoffs OPC als „Super-Antioxidantien“. Sie können die Wirkungen der Vitamine A, C und E verstärken. Weißdorn wirkt gefäßerweiternd und stärkt das Herz- Kreislaufsystem. Ginkgo steigert die Durchblutung und verbessert die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr zu den Muskelzellen. Spirulina-Algen enthalten wertvolle Proteine und Aminosäuren, die der Organismus für den Muskelaufbau benötigt. Leinsamen hat einen rekordverdächtig hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und liefert Energie für die Muskulatur.

Kann man Kissing Spines vorbeugen?

In einer kürzlich erschienenen Studie aus den USA konnte nachgewiesen werden, dass das Risiko eines Pferdes, Kissing Spines zu entwickeln, vererblich ist. Bis zu einem gewissen Grad kann einer schmerzhaften Erkrankung des Pferdes aber vorgebeugt werden. So sollte man zum Beispiel regelmäßig die Ausrüstung überprüfen. Ein unpassender Sattel kann verheerende Folgen für den Pferderücken haben. Zumindest einmal jährlich sowie auch nach längeren Trainingspausen sollte der Sattel kontrolliert und, wenn nötig, aangepasst werden. Hilfszügel sollten, wenn überhaupt, nur von Profis angewendet werden und niemals im Dauergebrauch sein.

Auch bei den besten Reiter/innen schleichen sich mit der Zeit Fehler ein. Dein Pferd profitiert von der regelmäßigen Überprüfung deines reiterlichen Könnens durch eine/n fachkundigen Trainer/in. Einmal jährlich sollte dein Pferd auch zum Zahnarzt gehen. Zahn- oder Kiefergelenksprobleme können zu schweren Verspannungen führen. Die Zähne des Pferdes sind einmal im Jahr sowie bei Auffälligkeiten von einem kompetenten Tierarzt zu überprüfen. Blockaden und Verspannungen sind rechtzeitig behandeln zu lassen. Physiotherapeutische Behandlungen tun Pferd und Reiter gleichermaßen gut.

Diagnose Kissing Spines – (k)ein Grund zur Panik?

Gar nicht so selten kommt es vor, dass bei Röntgenuntersuchungen, die aus anderen Gründen durchgeführt werden, Auftreibungen und Verwachsungen der Dornfortsätze gefunden werden, die das Pferd nicht im Geringsten beeinträchtigen. In einer wissenschaftlichen Studie an der Universität München wurde nachgewiesen, dass 91,5 % von 295 klinisch gesunden, beschwerdefreien Pferden röntgenologische Veränderungen an den Dornfortsätzen im Bereich der Sattellage aufweisen. Sogar bei Jungpferden, die noch nie geritten wurden, können verkürzte Abstände und Überlappungen der Dornfortsätze auftreten.

Experten raten im Übrigen davon ab, beim Pferdekauf ein Röntgenbild entscheiden zu lassen. Das Risiko, dass eventuelle Auffälligkeiten zu Beschwerden führen, ist geringer einzuschätzen als die Belastung durch Röntgenstrahlen. Mit reiterlichem Können, Feingefühl und rechtzeitigen unterstützenden Maßnahmen, die für das Wohlbefinden des Pferdes sorgen, können auch nicht ganz so perfekte Pferde wunderbare Partner werden.

Quellen

  • Christina Fritz, Souel Maleh: Zivilisationskrankheiten des Pferdes. Ganzheitliche Behandlung chronischer Krankheiten, Thieme, Stuttgart/New York, 2. Aufl. 2016
  • Matilda Holmer, Bettina Wollanke und Guido Stadtbäumer (Tierklinik Telgte und Pferdeklinik der Universität München): Röntgenveränderungen an den Dornfortsätzen von 295 klinisch rückengesunden Warmblutpferden, in: Pferdeheilkunde 23 (2007) 5 (September/Oktober) 507-511
  • https://Kissing Spine¬_VÖPNewsletter (=pferdeklinik-pegasus.at/wp-content/uploads/2021/12/NL_Kissingspine.pdf)
  • https://www.tiermedizin-hochmoor.de/kv/10029820_tkh/ftp/pdf/pferdeklinik/veroeffentlichungen/Artikel_Rueckenprobleme_DLklein_NEU.pdf
  • https://thehorse.com/148184/kissing-spines-horses-back-pain/
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