Ab 50 € versandkostenfreie Lieferung

100% Natur pur

100% Tierliebe

    +433115930800      |          [email protected]

Ab 50 € versandkostenfreie Lieferung

100% Natur pur

100% Tierliebe

    +433115930800      |          [email protected]

Gemeiner Wermut

Wenn sich in etwas Gutes ein Wermutstropfen hineinmischt, wird die ganze Sache bitter – der Spruch ist hinlänglich bekannt. Gemeiner Wermut (Artemisia absinthium) hat aber viel mehr zu bieten als bitteren Geschmack: Als Heilpflanze hilft er gegen Verdauungsbeschwerden und stärkt das Immunsystem.

Wie sieht Wermut aus, und wo kommt er vor?

Der Gemeine Wermut ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und gehört zur Gattung Artemisia. Artemisiengewächse sind in den letzten Jahren vor allem durch Studien zu Artemisia annua (Einjähriger Beifuß) als antivirale Droge ins Interesse der medizinischen Forschung gerückt. Der Gemeine Wermut stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Sibirien. Heute ist er in trockenen Regionen Europas, Asiens und Nordafrikas als Wildform weit verbreitet und wird auch als Küchenkraut kultiviert. Die krautige, mehrjährige Pflanze trägt gefiederte, dicht behaarte silbergraue Blätter und kann bis zu 150 cm hoch werden. Von Juli bis September zeigt das Wermutkraut gelbe, kugelige Blütenkörbchen, die Nussfrüchte bilden, in denen die Samen reifen.

Wie wird Wermut verwendet?

Durch seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen riecht Wermut sehr aromatisch und wird daher als Küchenkraut verwendet. Die Blätter haben einen intensiven Geschmack, sind aber so bitter, dass das Kraut in der Küche sowohl frisch als auch getrocknet nur äußerst sparsam eingesetzt wird, wenn die mit Wermut gewürzten Gerichte genießbar bleiben sollen.

Berühmt wurde der Wermut als Zutat von Absinth, der „Grünen Fee“, eines hochprozentigen alkoholischen Getränks, das um die Jahrhundertwende sehr populär war. Weil Absinth schädliche Nebenwirkungen hervorrief und in den Ruf gelangte, abhängig zu machen, wurde er 1915 verboten. Grund für die Symptome, die Absinth-Trinker entwickelten – Schwindel, Wahnvorstellungen, Krämpfe, Blindheit – war die Kombination von minderwertigem Alkohol und der in den Wermutessenzen enthaltenen Nervendroge Thujon.

Die Rezepturen heutiger wermuthaltiger Getränke gehen auf die Antike zurück. Schon damals wurde mit Wermut versetzter Wein als Heilmittel gegen Gelbsucht und Verdauungsbeschwerden getrunken und Wermut-Tee (ohne Zucker) als beste Arznei für „böse, gallsüchtige Weiber“ empfohlen. Später setzte man Wermutauszüge der Schreibtinte zu, um Bücher vor Mäusefraß zu schützen, und hängte das Kraut in den Kleiderschrank, um Motten abzuschrecken. Tatsächlich meiden viele Schädlinge die Wermutpflanze aufgrund ihrer Bitterstoffe. Doch auch Hexen und Dämonen machten laut Volksglauben einen großen Bogen um das bittere Kraut.

Der englische Name wormwood (Wurmholz) und Bezeichnungen wie „Wurmkraut“ deuten darauf hin, dass dem Wermut antiparasitäre Wirkung zugeschrieben wurde. In den Anfängen der Tiermedizin wurde Wermut tatsächlich als Mittel gegen Endoparasiten genutzt.

Als Heildroge kommen bis heute alle Pflanzenteile außer der Wurzel zur Anwendung. Gesammelt wird Wermut zur Blütezeit, anschließend wird das Kraut getrocknet und zu Tee, Tropfen und Tabletten verarbeitet.

Welche Wirkstoffe enthält der Wermut?

Wermutkraut beinhaltet 0,2–1,5 % ätherisches Öl, das unter anderem Thujon enthält. Das Öl ist zumeist dunkelgrün gefärbt und hat einen intensiven Geruch. Das ätherische Öl des Wermut wirkt gegen Pseudomonas und Klebsiella pneumonia – zwei Bakterienstämme, die überall in der Umwelt vorkommen und zu schweren Erkrankungen der Atemwege führen können.

Als Heilpflanze wird Wermut vor allem wegen seiner Bitterstoffe geschätzt, die appetitanregend und verdauungsfördernd wirken. Bitterstoffe sind verschiedenste sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die ausschließlich durch ihren bitteren Geschmack charakterisiert sind. Um die Bitterstoffe zu klassifizieren, wird ihr Bitterwert gemessen. Dieser Wert beschreibt, wie stark oder schwach bitter ein Stoff geschmacklich wahrgenommen werden kann. Ermittelt wird der Wert durch Verdünnung eines Extrakts mit Wasser, bis der Wert nur noch schwach bitter schmeckt. Das Wermutkraut enthält 0,4 bis 0,15 % Bitterstoffe, vor allem Absinthin. Mit einem Bitterwert von rund 20.000 – Enzian hat 30.000 – gehört Wermut zu den bittersten heimischen Kräutern. Pferde scheint der bittere Geschmack aber nicht zu stören: Viele Pferde fressen Wermut gerne auf der Weide.

Die Gerbsäuren des Wermut lindern Magen- und Darmbeschwerden und allgemeine Verdauungsbeschwerden. Gerbstoffe wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und krampflösend und schützen Magen- und Darmschleimhäute.  

Bei welchen Beschwerden kann Wermut helfen?

Das ätherische Öl und die Bitterstoffe des Wermutkrauts

  • unterstützen Magen und Leber und verstärken die Tätigkeit der Verdauungsorgane
  • fördern die Absonderung von Gallen- und Pankreassaft
  • regen den Appetit an
  • stärken das Immunsystem.

Tipp: Mit der Gabe von Wermut kann nach chemischen Wurmkuren die Entgiftung durch Leber und Niere unterstützt werden. Vermutlich schaffen die enthaltenen Gerbstoffe auch ein wurmfeindliches Darmmilieu.

Unerwünschte Wirkungen

Bei Kühen nimmt die Milch nach Wermut-Aufnahme einen bitteren Geschmack an. Ob für Pferde dasselbe gilt, ist nicht bekannt. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, verzichtet bei säugenden Stuten besser auf die Gabe von Wermut. Bei Allergien gegen Korbblütler sollte Wermut nicht verfüttert werden.  

Achtung: Bei Magengeschwüren und in der Trächtigkeit sollte Wermut nicht verwendet werden! Reines Wermut-Öl darf nicht innerlich angewendet werden, da es Nebenwirkungen hervorruft!


Quellen und weiterführende Literatur

  • Brendieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.

  • Prentner, A. (2010). Bewusstseinsverändernde Pflanzen von A–Z. Wien: Springer Verlag.

  • Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Di Carlo, A., & Widmaier, W. (2008). Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Berlin-Heidelberg: Springer Medizin Verlag.