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EMS beim Pferd

Wir meinen es oft zu gut mit unseren Pferden: Moppelige Dickerchen und kugelrunde Thelwell-Ponys sind in unseren Ställen ein gewohnter Anblick. Doch Übergewicht und Bewegungsmangel sind oft die Ursachen für schwerwiegende Stoffwechselstörungen. An erster Stelle steht dabei das Equine Metabolische Syndrom – EMS, eine Entgleisung des Kohlehydratstoffwechsels, die unter anderem zur gefürchteten Hufrehe führt. Bei dieser oft auch als „Pferdediabetes“ bezeichneten Krankheit entwickelt der Organismus des Pferdes eine Resistenz gegen das Hormon Insulin, das für den Abbau von Zucker sorgt. Woran du EMS erkennst und wie du dein Pferd vor Folgeschäden bewahren kannst, liest du hier. 

Was ist EMS?

Das Equine Metabolische Syndrom ist eine endokrine (hormonelle) Erkrankung zumeist übergewichtiger Pferde, die mit typischen Fettablagerungen, Insulinresistenz und einem hohen Risiko für Hufrehe einhergeht. EMS wird häufig als „Pferdediabetes“ bezeichnet und mit dem menschlichen Diabetes Typ II verglichen, der ebenfalls durch mangelnde Insulinwirkung gekennzeichnet ist.

Betroffen sind vor allem leichtfuttrige Pferde wie Ponys, PRE, Fjordpferde und Araber, doch auch Großpferde, die zu energiereich gefüttert werden, können am EMS erkranken.

Eine Erklärung dafür findet sich in der Entwicklungsgeschichte des Pferdes. Gerade Robustrassen passten sich optimal an karges Futterangebot und große Temperaturschwankungen an. Oft mussten sie beim Grasen weite Strecken zurücklegen, um satt zu werden. Der Energieüberschuss aus jungem Grasaufwuchs im Frühjahr kam den neugeborenen Fohlen bzw. der Fortpflanzung zugute, und die im Herbst angefutterten Fettreserven vom Herbst wurden im Winter aufgebraucht.

Unsere heutigen Pferde leben dagegen wie die Maden im Speck. Wir schützen sie vor der Witterung und decken sie bei Kälte ein. Wir versorgen sie das ganze Jahr über mit hochwertigem Raufutter und geben ihnen zusätzliches Kraftfutter, um eine eventuelle Unterversorgung auszugleichen – oder auch nur, weil es ihnen so gut schmeckt. Nach dem Motto „rund und gesund“ finden wir normalgewichtige Pferde meistens schon zu dünn. Im Vergleich zu ihren Vorfahren, die täglich viele Kilometer zurücklegten, werden unsere Pferde, selbst auf großen Flächen, bewegungsarm gehalten. Die Kombination von mangelnder Bewegung und einem Überangebot an Futter – schon in der Aufzucht ­– begünstigt zusammen mit genetischen und Umweltfaktoren die Entwicklung des EMS.

EMS ist behandelbar. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser ist die Prognose, da schwerwiegenden Folgeschäden wie Hufrehe und Niereninsuffizienz durch Anpassung von Haltung und Fütterung des Pferdes rechtzeitig vorgebeugt werden kann.

Welche Symptome hat ein Pferd mit EMS?

Zumeist erkranken Pferde im Alter von 5 bis 15 Jahren, die schon früher mit Übergewicht zu kämpfen hatten und sogar bei reduziertem Futterangebot nur schwer abnehmen. Auf einer Body Condition Score Skala von 1 bis 9 wären gefährdete Pferde bei Grad 7 einzustufen: deutliche Rinne über den Dornfortsätzen des Rückens; die Rippen können noch ertastet werden, aber man fühlt eine deutliche Fettschicht; weiche Fettpolster am Schweifansatz; optisch erkennbare Fettansätze am Mähnenkamm, hinter den Schultern und am Widerrist.

Bei EMS-Pferden sind die Fettpolster oberhalb der Augen, am Mähnenkamm, an Schultern, Rumpf, um Schlauch bzw. Euter und an der Schweifwurzel stark ausgeprägt. Die betroffenen Pferde leiden unter Heißhungerattacken, können übermäßig viel trinken und dementsprechend vermehrt Harn absetzen. Aufgrund ihres Übergewichts neigen sie zu Kreislaufproblemen und zu Atemwegserkrankungen. Die Insulinresistenz begünstigt Nierenerkrankungen. Durch die vermehrte Bildung von Fettgeschwulsten (Lipomen) in der Bauchhöhle steigt die Gefahr von Koliken. Bei Stuten kann es zu Veränderungen im Zyklus kommen.

Das am meisten gefürchtete Symptom ist eine schleichend beginnende Hufrehe, die oft nicht gleich als solche erkannt wird, aber jederzeit akut und auch chronisch werden kann. Der Verdacht, dass das Pferd an EMS erkrankt sein könnte, kommt häufig erst bei einem unerklärlichen Hufreheschub auf. Die Stoffwechselentgleisung kann jedoch schon lang davor durch Laboruntersuchungen nachgewiesen werden.

Allerdings hat nicht jedes übergewichtige Pferd ein EMS, andererseits können auch dünne Pferde von EMS betroffen sein. Erste Anzeichen sind gesteigerter Appetit und mangelnde Leistungsbereitschaft. Das Pferd ist anfällig für Infektionen und wirkt eventuell steif und lethargisch. Es baut nicht genug Muskulatur auf ­– was jedoch viele Ursachen haben kann.

Wie funktioniert der Kohlehydratstoffwechsel beim gesunden Pferd?

Bei der Verdauung von Stärke, die aus dem Kraftfutter des Pferdes, aber auch aus Kohlehydraten im Weidegras und Heu stammt, entsteht Zucker, der über den Dünndarm in die Blutbahn gelangt. Beim Abbau der Zellulose im Dickdarm werden Fettsäuren gebildet, die von der Leber ebenfalls in Blutzucker umgewandelt werden. Nimmt das Pferd Futter auf, steigt der Blutzuckerspiegel, wobei die leicht verdaulichen Kohlehydrate von Getreide, Obst, Gemüse oder Leckerlis zu einem sehr schnellen und hohen Anstieg führen und Raufutter einen langsameren und geringeren Anstieg zur Folge hat. Der Organismus des Pferdes ist auf lange Fresszeiten und unergiebiges Raufutter eingestellt und kann einen langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels gut regulieren, wogegen der schnelle Anstieg den Stoffwechsel stärker belastet.

Sobald der Blutzuckerspiegel ansteigt, reagiert die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung von Insulin, welches die Zellen der Leber und der Muskulatur dazu anregt, Zucker als Energielieferanten aus dem Blut aufzunehmen. Daraufhin sinkt der Blutzuckerspiegel des gesunden Pferdes wieder, und das System bleibt im Gleichgewicht.

Was passiert bei EMS?

Leptinresistenz bei EMS:

Bei Überernährung setzt das Pferd zunächst Fett an. Das Fettgewebe produziert Leptin, ein Hormon, das als natürliche Fressbremse wirkt, weil es das Hungergefühl reduziert. Gut genährte Pferde in freier Wildbahn fressen also nicht mehr, als sie brauchen. Wenn wir aber unseren eigentlich längst satten oder sogar schon übergewichtigen Pferden zusätzlich besonders gutes, konzentriertes Futter anbieten, werden sie garantiert nicht Nein sagen! Nimmt das Pferd nun weiterhin mehr Energie auf, als es benötigt, bildet sich noch mehr Fettgewebe, das immer mehr Leptin ausschüttet, bis der Organismus schließlich nicht mehr darauf anspricht, d. h. resistent geworden ist. Ohne die regulierende Wirkung des Leptins hat das Pferd ständig Hunger, was wiederum Auswirkungen auf seinen bereits zu hohen Blutzuckerspiegel hat, der sich in Fresspausen normalisieren könnte. Die Leptin-Resistenz führt demnach zu einer Insulinresistenz, die weitere Verfettung nach sich zieht.

Insulinresistenz bei EMS:

Bei ständigem Blutzuckerüberschuss, der aufgrund mangelnder Bewegung nicht abgebaut wird, kann die Muskulatur keinen Zucker mehr aufnehmen – der Speicher ist voll. Der Zucker bleibt in der Blutbahn, die Bauchspeicheldrüse schüttet weiter und mehr Insulin aus. Die Folge ist, dass die Zellen nicht mehr auf das Insulin reagieren, weil es ständig vorhanden ist: Es kommt zu einer Insulinresistenz. Das bedeutet, dass die Zellen, welche Zucker verbrennen würden, nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt werden, auch wenn mehr als genug Zucker im Blut zirkuliert. Gut versorgt wird jedoch das Fettgewebe, was weitere Verfettung bedeutet. Studien zum EMS haben ergeben, dass Pferde schon über Jahre übergewichtig sein müssen, bis eine Insulinresistenz auftritt. Das erklärt, warum Pferde unter fünf Jahren nicht an EMS erkranken.

Warum dünne Pferde ebenfalls eine Insulinresistenz entwickeln, ist noch nicht ganz geklärt. Vermutet wird eine übertriebene Insulinantwort auf bestimmte Futtermittel oder eine hohe endokrine Aktivität des Bauchfetts.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie aus den USA wurde aufgezeigt, dass hormonaktive Substanzen, die das Pferd mit dem Futter aufnimmt, bei der Entstehung von EMS eine Rolle spielen. Diese Stoffe, die das Hormonsystem des Pferdes aus der Balance bringen können, sind in manchen synthetisch hergestellten Materialien enthalten. Wie die Forscher betonen, ist die Belastung durch Schadstoffe jedoch regional sehr unterschiedlich und muss im Zusammenhang mit anderen Faktoren wie Haltungsbedingungen, Ernährung und Bewegung des Pferdes betrachtet werden.

Weiters wurde eine Studie zur Vererblichkeit des EMS durchgeführt, die das überraschende Resultat einer 80 %igen Vererbbarkeit von relevanten Stoffwechselmerkmalen der Krankheit erbrachte, speziell im Zusammenhang mit Insulin.

Was ist Pseudo-EMS?

Anders als beim EMS, bei dem sich Fettpolster an bestimmten Stellen bilden, wirken die von Pseudo-EMS betroffenen Pferde insgesamt fettleibig und regelrecht aufgedunsen. Der Grund dafür sind Wassereinlagerungen am Hals und in der Schulter- und Flankenregion. Auch an den Beinen können Ödeme auftreten.

Betroffen sind vor allem Kaltblüter und Barockpferde aller Altersstufen, Freizeitpferde erkranken häufiger als Sportpferde. Auch Pseudo-EMS ist eine Folge von fütterungsbedingten Stoffwechselstörungen, die durch schnell verfügbare Kohlehydrate, säurehaltige Futtermittel oder Konservierungsmittel ausgelöst werden, und geht mit Insulinresistenz einher. Oft leiden die Pferde an anhaltenden Durchfällen und Niereninsuffizienz.

Warum sind EMS-Pferde so anfällig für Hufrehe?

Vermutlich begünstigt der hohe Blutzuckerspiegel das Entstehen einer Hufrehe, da er sich auf die Fließeigenschaften des Blutes auswirkt. „Dickes“ Blut und schlechte Durchblutung können zu lokalen Infarkten in den Hufkapillaren führen, die eine Hufrehe auslösen. Zudem hat auch Insulin eine gefäßverengende Wirkung – durch hohe Insulingaben kann selbst beim gesunden Pferd eine Hufrehe provoziert werden. 

Der schnelle Anstieg von bestimmten Zuckerarten aus dem Weidegras ist einer der häufigsten Gründe für einen Hufreheschub von EMS-Pferden. Der Gehalt dieser Einfachzucker, der Stärke und der Fruktane im Gras ist von Lage und Bodenart der Weide, von Klima und Tageszeit abhängig und ändert sich ständig. Insulin-resistente Pferden reagieren stärker auf Änderungen der Weidegrasinhalte als gesunde Tiere. Generell können Futterumstellungen, mit welchen ein gesundes Pferd keine Probleme hat, bei einem EMS-Pferd zu einem Reheschub führen, da es ständig „an der Kippe“ steht – sowohl Fettleibigkeit als auch Insulinresistenz begünstigen Entzündungen und fördern die Entstehung freier Sauerstoffradikale.

Mit einem Reheschub verschärft sich die Problematik ein weiteres Mal: Hufrehe ist eine hochgradig schmerzhafte Krankheit. Der Schmerz verursacht Stress, den der Organismus durch Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, des körpereigenen Cortisons, zu bewältigen versucht. Als Nebenwirkung fördert Cortisol jedoch die Insulinresistenz.

Wie wird EMS diagnostiziert?

Um festzustellen, ob das Pferd EMS hat, werden Blutproben genommen und die Insulin- und Glukosewerte untersucht. Leider sind die Tests nicht immer aussagekräftig und in der Praxis nicht ganz einfach durchzuführen. Fütterungsfehler vor der Blutabnahme oder Aufregung des Pferdes können die Werte verfälschen.

Nüchtern-Insulin und -Glukosetest

Für den Nüchtern-Insulin und -Glukosetest darf das Pferd 12 Stunden keine Futtermittel mit einem hohen Anteil an schnell verfügbaren Kohlehydraten bekommen. Morgens wird eine Blutprobe entnommen, um den Insulin- und den Glukose-Wert im Blut zu bestimmen. Hohe Werte sprechen für ein EMS, doch auch bei niedrigen Werten kann eine Insulinresistenz nicht ausgeschlossen werden. Achtung: Bei bestehender Hufrehe oder unter Stress sind die Werte immer erhöht!

Glukose-Belastungstest

Bei diesem Test wird eine Blutprobe genommen, um den Glukose-Basalwert zu bestimmen. Dann bekommt das Pferd eine Glukose-Infusion. Im Abstand von 30 Minuten werden weitere Blutproben genommen, um die Zeit des Glukoseabbaus zu bestimmen.

Achtung: Hat das Pferd bereits eine Insulinresistenz, besteht durch die Glukosezufuhr ein Risiko für Hufrehe! Der Test sollte in einer Klinik durchgeführt werden.

Kombinierter Glukose-Insulin-Test

Nach der Bestimmung des Glukose-Basalwerts bekommt das Pferd zuerst eine Glukose-Infusion und gleich danach eine Insulin-Injektion. Weitere Blutproben werden im Abstand von 10 Minuten entnommen. Damit kann eine Insulinresistenz sehr genau bestimmt werden.

Achtung: Aufgrund des Einsatzes von Insulin besteht die Gefahr einer Unterzuckerung. Auch dieser Test sollte besser in einer Klinik durchgeführt werden.

Mein Pferd hat EMS – was nun?

Das Wichtigste zuerst: Der Speck muss weg! Radikaldiäten sind aber unbedingt zu vermeiden, da es zu einer Hyperlipidämie kommen kann. Das bedeutet, der Köper mobilisiert Fettreserven, die sich in der Leber und im Blut ablagern, was fatale Folgen hat. Besonders Ponys reagieren sehr empfindlich auf plötzlichen Futterentzug.

Das zweite Standbein für eine erfolgreiche Behandlung des EMS ist regelmäßige Bewegung des Pferdes, um die Fettreserven abzubauen und die Insulinsensitivität der Muskelzellen wiederherzustellen. Sofern das Pferd nicht an Hufrehe leidet, ist Intervalltraining zum Abnehmen besonders geeignet. Wenn das Pferd nicht fit genug ist, um geritten zu werden, kann man mit einem großen, abwechslungsreich gestalteten Auslauf für mehr Bewegung sorgen.

Übergewichtige Pferde sprechen sehr unterschiedlich auf Gewichtsreduktionsprogramme an. Die Maßnahmen müssen daher auf jedes Pferd individuell abgestimmt werden. Bei manchen Pferden dauert ein maßgeblicher Gewichtsverlust bis zu drei Monate nach Beginn des Diät- und Bewegungsprogrammes. Andere nehmen am Anfang nur sehr langsam ab. Ein Gewichtsverlust von ungefähr 30 bis 40 kg in 4 bis 6 Wochen ist ein realistisches Ziel, man muss sich daher in Geduld üben. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass Pferde mit EMS ihr ganzes Leben lang anfällig für Verfettung bleiben.

Was ist beim Füttern eines EMS-Pferdes zu beachten?

Damit das Pferd abnimmt, muss die Energiezufuhr langsam verringert werden. Überständiges bzw. spät geschnittenes mageres Heu liefert weniger Energie als blattreiches, notfalls kann das Heu in Wasser eingeweicht werden, um den schnell verfügbaren Zucker „herauszuwaschen“, oder mit Stroh gemischt werden. Heulage und Silage enthalten zu viel Energie und sollten nicht gefüttert werden. Nach einer Faustregel darf das Pferd 1,5 bis 2 kg mageres Heu pro 100 kg angestrebtes Körpergewicht am Tag bekommen, um abzunehmen. Die Fresszeiten lassen sich mit engmaschigen Heunetzen verlängern.

Fette grüne Wiesen sind für das Pferd tabu, ein eingeschränkter Weidegang auf abgefressenen oder überständigen Wiesen ist für manche EMS-Pferde aber möglich. Dabei ist allerdings zu beachten, dass viele Pferde bei kurzen Weidezeiten das Gras gierig in sich hineinschlingen und dabei mehr fressen als bei längeren Aufenthalten auf der Wiese! Für besonders schnelle Fresser bietet sich kurzes Grasen an der Hand als Alternative an.

Zuckerhaltige Futtermittel wie handelsübliche Müslis, Äpfel, Karotten, Rübenschnitzel und Leckerlis sind strikt verboten! Schnell verfügbare Kohlehydrate aus Getreide sollten vermieden, Eiweiß und Fett in der Fütterung sollten reduziert werden. Futtermittel wie Grünmehle können den Eiweißbedarf des Pferdes abdecken.

Wenn das Heu gewässert und der Weidegang stark eingeschränkt wird, muss auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen geachtet werden. An der FU Berlin wird zurzeit untersucht, ob eine Zufütterung von Magnesium EMS-Pferden helfen könnte. Weiters hat sich bei Insulinresistenz die Fütterung von Chromhefe und von Grapefruitkernextrakt bewährt. Auch der antioxidativ wirkende Traubenkernextrakt sowie Flohsamen und Spirulina zeigen positive Wirkung.

Bei Hufrehe wirken Weidenrinde und Mädesüß aufgrund ihres Salycilsäuregehalts entzündungshemmend und schmerzstillend. Frischer Rosmarin kann bei Insulinresistenz wirksam sein.

Mit welchen Kräutern kann ich mein EMS-Pferd unterstützen?

Ergänzend zu Diät und Bewegung haben Kräuter, mit denen die Entgiftung des belasteten Organismus gefördert werden kann, sehr positive Wirkungen auf EMS-Pferde. Kräuter, die Bitterstoffe enthalten, steigern den Fluss der Verdauungssäfte und unterstützen die Entgiftung durch die Leber. Harntreibende Kräuter leiten Schadstoffe über die Niere aus. 

Aber vor allem müssen die entgiftenden Organe Leber und Niere geschützt werden, um die Stoffwechselentgleisung bewältigen zu können! Bei Insulinresistenz steigt das Risiko für Nierenerkrankungen. Auch die Leber des Pferdes wird durch Schadstoffe beim Fettabbau stark belastet. Eine Überbelastung von Leber und Niere ist im Blutbild des Pferdes leider erst feststellbar, wenn die Organe bereits stark geschädigt sind. Mögliche Warnsignale sind aber bei aufmerksamer Beobachtung vom Pferdebesitzer selbst zu erkennen!

Mariendistelfrüchte haben leberschützende und -regenerierende Wirkung. Das enthaltene Wirkstoffgemisch Silymarin stabilisiert die Leberzellen und schützt sie vor dem Eindringen von Giftstoffen. Weiters bewirkt der Stoff, dass sich die Leber nach einer Schädigung schneller regeneriert. Aus Studien kann geschlossen werden, dass Mariendistelfrüchte das Fortschreiten einer Leberverfettung verlangsamen können.

Birkenblätter und Brennnessel kurbeln die Entgiftung über die Niere an und helfen dem Organismus beim „Ausspülen“ von Schadstoffen. Zudem hat die Brennnessel entzündungshemmende Eigenschaften

Löwenzahnblätter und Löwenzahnwurzel fördern einerseits durch ihre Bitterstoffe den Leberstoffwechsel, andererseits wirkt Löwenzahn harntreibend.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Fritz, C., & Maleh, S. (2016). Zivilisationskrankheiten des Pferdes. Thieme.
  • horse, t. (11. November 2017). thehorse.com. Von Does Spirulina Benefit Horses With EMS?: https://thehorse.com/148797/does-spirulina-benefit-horses-with-ems/ abgerufen
  • horse, t. (14. Februar 2019). thehorse. Von Study: Endocrine Disrupting Chemicals Linked to EMS in Horses: https://thehorse.com/166842/study-endocrine-disrupting-chemicals-linked-to-ems-in-horses/ abgerufen
  • Kunze, J. N. (2012). Bakkalaureatsarbeit. Fettleibigkeit beim Pferd. Wien: Vet. Med. Uni Wien.
  • Laboklin. (März 2011). Labor für klinische Diagnostik. Von Endokrinopathien beim Pferd: https://laboklin.com/de/laboklin-aktuell/newsdetails/article/endokrinopathien-beim-pferd/ abgerufen
  • Norton, E., Schultz, N., Rendahl, A., Mcfarlane, D., Geor, R., Mickelson, J., & McCue, M. (Juli 2019). Heritability of metabolic traits associated with equine metabolic syndrome in Welsh ponies and Morgan horses. Equine Veterinary Journal, S. 475-480.
  • Winter, J. C. (21. Juli 2020). Dissertation. Intracellular magnesium concentration in healthy horses and horses with insulin dysregulation. Berlin: Mensch und Buch Verlag.
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