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Ginkgo

Extrakte aus Ginkgo (Ginkgo biloba)zählen zu den bekanntesten pflanzlichen Heilmitteln bei chronischen Altersbeschwerden. Die Wirkstoffe der fächerförmigen Blätter des Ginkgobaums fördern die Durchblutung, schützen die Nervenzellen und können Alterserscheinungen von Pferden und Hunden abmildern. 

Wo kommt der Ginkgobaum her, und wie sieht er aus?

Charles Darwin bezeichnete den Ginkgobaum zu Recht als „lebendes Fossil“: Die urtümlichen Ginkgogewächse gab es schon vor 250 Millionen Jahren. Der heutige, aus Bergwäldern in Südostasien stammende Ginkgo biloba ist als Einziger seiner Art übrig geblieben. Der 30–40 m hohe Baum ist weder Laub- noch Nadelbaum, sondern gehört als letzter lebender Vertreter der Klasse Ginkgoatae an. Der sommergrüne Baum kann bis zu 1.000 Jahre alt werden und einen Durchmesser von beachtlichen vier Metern erreichen. Ältere Bäume bilden eine ausladende Baumkrone aus. Die Rinde ist rau, dunkelgrau und weist tiefe Furchen auf.

Einzigartig ist auch die auffällige Form seiner Blätter, nach denen der Baum in seiner Heimat
Ya Chio – „Entenfuß“ – genannt wird. Die fächerförmigen, zweilappigen Blätter enthalten die wertvollen Wirkstoffe des Ginkgos.

Eine weitere Besonderheit des Ginkgobaumes ist seine Fähigkeit, bei schlechten Umweltbedingungen über- und unterirdische Sekundärstämme zu bilden, die wie Tropfsteine aus dem Stamm oder den Ästen wuchern. Aus diesen verholzten Anschwellungen können neue Triebe keimen.

Der Ginkgobaum ist zweigeschlechtlich, d. h., es gibt männliche und weibliche Bäume. Er beginnt erst nach 20 bis 30 Jahren zu blühen.  Die männlichen Bäume bilden Kätzchen aus, deren Pollen vom Wind übertragen werden, die beweglichen Spermatozoide erreichen die weiblichen Blütenstände jedoch schwimmend, mittels Flüssigkeitstropfen. Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich silbrige, mirabellenähnliche Samenfrüchte, die aufgrund ihres Buttersäuregehalts unangenehm ranzig riechen. Die Schale der Früchte hinterlässt einen scharfen, kratzigen Geschmack und ein pelziges Gefühl im Mund.

Obwohl der Baum bei uns noch nicht sehr lange heimisch ist, hat Ginkgo einen hohen Bekanntheitsgrad. Weil er unempfindlich gegenüber extremen Temperaturen, Luftschadstoffen, Insektenfraß, Pilzen, Bakterien und Viren ist, wird er gerne als Straßen- oder Parkbaum gepflanzt.

In Asien wurde der Ginkgo ab dem 11. Jahrhundert kultiviert, als Arzneipflanze war er aber schon viel länger bekannt. Nach Europa gelangte der Baum erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.  Heute wird er in Plantagen in Japan, Südkorea, South Carolina und in Frankreich gezogen, um die noch grünen Ginkgoblätter zu gewinnen. Die Blätter müssen innerhalb von 12 Stunden getrocknet werden, damit sie nicht verwelken. Anschließend werden sie fein zermahlen und zur Extraktionsgewinnung verwendet.

Ginkgo - Vielseitiger Baum und mit hohem Symbolcharakter

Im asiatischen Raum gilt der Ginkgo als heiliger Baum und ist oft in der Nähe von Tempeln und Kultstätten zu finden. Im Buddhismus, Daoismus und bei Konfuzius kam der Baum zu hoher symbolischer Bedeutung: Er steht für langes Leben, Lebenskraft und Hoffnung. In China wird der Ginkgobaum auch als „Buddhas Fingernagel“ bezeichnet. Die einzigartigen zweigeteilten Blätter werden mit Yin und Yang in Verbindung gebracht. Ginkgo war in China so angesehen, dass die Blätter sogar als Zahlungsmittel Verwendung fanden.

Das weiche, helle Holz des Baumes ist äußerst widerstandsfähig und langlebig. In Asien werden damit Häuser vertäfelt sowie Brettspiele und Schneidebretter hergestellt. Es eignet sich auch gut zum Schnitzen und wird aufgrund seiner glatten Oberfläche bei der Herstellung von Japanpapier eingesetzt.
In Japan und in manchen orientalischen Ländern werden die geschälten, gekochten und gerösteten Samenkerne des Ginkgos in kleinen Mengen als Knabbergebäck verspeist oder als würzige Zutat in der Küche verwendet. In großen Mengen sind sie jedoch schädlich und können Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

In Europa begann der Siegeszug des Ginkgos mit einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, in dem er das Ginkgoblatt als Sinnbild der Freundschaft populär machte. Die charakteristische Blattform fand später Eingang in die Ornamentik des Jugendstil und wird bis heute von Designern gerne als Motiv herangezogen.

Ginkgobäume üben immer noch eine große Faszination aus und werden als Symbol für Frieden, Freundschaft und Hoffnung in vielen Städten gepflanzt.

Heute ist Ginkgo auch Bestandteil vieler Kosmetik- und Wellnessartikel. Die Inhaltsstoffe sollen regenerierend auf die Haut wirken und sie elastisch halten. Weiters findet man Ginkgo in anregend wirkenden Energy-Drinks, die allerdings mit Vorsicht genossen werden sollten, da es zu Nebenwirkungen kommen kann!

Wie wird Ginkgo als Heilpflanze verwendet?

In der traditionellen chinesischen Medizin kommen Blätter, Samen und Wurzeln des Baumes zum Einsatz. Äußerlich werden die Blätter zur Wundbehandlung verwendet, innerlich sollen sie bei Kreislaufproblemen, Asthma und Angina Pectoris wirksam sein. Eine Abkochung der Samen wird zur Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit genutzt, die Wurzeln sollen anregend und zusammenziehend wirken.

Im Westen wurde Ginkgo erst in der 1960er-Jahren als Heilmittel entdeckt.  Die deutsche Firma Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG in Karlsruhe entwickelte 1965 den ersten „Ginkgo-Spezialextrakt“, dessen Grundlage ein mithilfe von Aceton-Wasser gewonnener Trockenextrakt aus den Blättern darstellt. In der Folge wurde die Wirksamkeit von Ginkgo biloba in zahlreichen wissenschaftlichen Studien erforscht.

Nachweislich erhöhen die Inhaltsstoffe des Ginkgos die Fließfähigkeit des Blutes und wirken gefäßerweiternd, wodurch die Durchblutung in Arterien, Venen und Kapillargefäßen verbessert wird. Der Organismus wird besser mit Sauerstoff und mit Nährstoffen versorgt. Ginkgo hat damit auch positive Wirkungen auf den Gehirnstoffwechsel.

Weiters kann Ginkgo den sogenannten „Platelet Activating Factor“ (PAF) beeinflussen, der die Blutgerinnung fördert. Dadurch wird das Risiko für Blutgerinnsel vermindert.

Mit seinen antioxidativen Eigenschaften wirkt Ginkgo als Radikalfänger und gleicht den durch Zellalterung verursachten Energiemangel in den Nervenzellen aus. Ginkgo gilt heute als wirksame Heilpflanze bei altersbedingten Beschwerden und dem damit verbundenen kognitiven Leistungsabfall.

In der Phytotherapie werden ausschließlich konzentrierte Auszüge aus den Blättern verwendet. Bei einer Zubereitung als Tee werden die aktiven Substanzen nur unzureichend herausgelöst. Außerdem kann im Tee der Störstoff Ginkgolsäure vorkommen, der allergische Reaktionen und Magenbeschwerden hervorruft.

Welche Inhaltsstoffe sind für die Wirksamkeit von Ginkgo verantwortlich?

Ginkgoblätter enthalten eine beträchtliche Menge von Flavonoiden (sekundären Pflanzenstoffen), darunter die Stoffe Quercetin und Kaempferol.  Quercetin, das aus unter anderem auch im Sanddorn vorkommt, wirkt ähnlich wie Vitamin A und E als Radikalfänger. Dem Stoff Kaempferol werden antimikrobielle, antientzündliche und neuroprotektive Eigenschaften zugeschrieben. 

Der Wirkstoff Ginkgolid kommt ausschließlich im Ginkgo vor. Er verbessert die Durchblutung und wirkt antioxidativ.

Bilobalid ist chemisch eng mit der Gruppe der Ginkgolide verwandt. Der ebenfalls nur im Ginkgo vorkommende Stoff hat eine schützende Wirkung auf Nervenzellen und fördert die Gehirndurchblutung.

In Kombination wirken die Inhaltsstoffe des Ginkgos degenerativen Prozessen in den Nervenzellen entgegen, die durch freie Radikale hervorgerufen werden. Die antioxidative Wirkung von Ginkgoextrakten umfasst auch die Aktivierung von Enzymen, die den Abbau von freien Radikalen beschleunigen.

Bei welchen Beschwerden von Pferden und Hunden kann Ginkgo hilfreich sein?

Auch Pferde und Hunde können im Alter an einem kognitiven Dysfunktionssyndrom bzw. seniler Demenz leiden. Die betroffenen Tiere wirken zunehmend orientierungslos und verwirrt. Pferde werden teilnahmslos, erkennen ihre Bezugspersonen nicht mehr oder finden sich in ihrer Umgebung nicht mehr zurecht.

Viele demenzkranke Hunde sind nicht mehr stubenrein, sie „sagen“ nicht mehr, wenn sie hinausmüssen. Sie können Personen nicht mehr voneinander unterscheiden, der Schlaf-Wach-Rhythmus gerät durcheinander, sie verschlafen den Tag und sind nachts unruhig. Oft starren die Tiere ins Leere, wandern ziellos herum und verlaufen sich zwischen Möbelstücken.

Der Grund für diese Verhaltensänderungen sind Abbauprozesse und Ablagerungen im Gehirn. Die Lebensqualität von betroffenen Tieren wird dadurch stark beeinträchtigt, und auch für ihre Menschen kann die Situation sehr belastend werden!

In einer wissenschaftlichen Studie wurde nachgewiesen, dass mit Ginkgo biloba-Extrakten nach vier Wochen eine deutliche Verbesserung der Symptome eintrat. Es kam zu einer deutlichen Verbesserung der Gedächtnisleistung und der Lernfähigkeit bei alten, jedoch auch bei jüngeren Tieren. Der Effekt kann durch eine längere Behandlung verstärkt werden.

Weiters verbessert Ginkgo die Durchblutung der Gliedmaßen. Missempfindungen in den Pfoten, die der alternde Hund durch ständiges, scheinbar grundloses Belecken anzeigt, können mit Ginkgo gelindert werden. 

Unerwünschte Wirkungen

Ginkgo ist für Pferde und Hunde sehr gut verträglich. Bei Fertigprodukten sind die magenreizenden und potenziell allergenen Ginkgolsäuren fast vollständig entfernt.
In sehr seltenen Fällen kann es bei empfindlichen Tieren zu leichten Hautreaktionen kommen, die von selbst zurückgehen.   


Quellen

  • Cäcilia Brendieck-Worm, Matthias F. Melzig: Phytotherapie in der Tiermedizin, Thieme 2018
  • J. Reichling, R. Gachnian-Mirtscheva, M. Frater-Schröder, R. Saller, M. I. Rabinovich, W. Widmaier: Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis, Springer 2008
  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-082011/ginkgo-schuetzt-nervenzellen/
  • https://kfn-ev.de/wissenschaft/bibliographie/pharmakologische-wirkungen-von-ginkgo-biloba#